Mein KUNSTSTÜCK : Hang zum Schlüssel

Nicola Kuhn versucht die Höhe eines Preises auszuloten

Nicola Kuhn

Auf den ersten Blick ist das Kunstwerk beinahe zu übersehen, dabei liegt die geballte Kraft eines Museums darin. An einem meterlangen Faden baumelt das Schlüsselbund der Berlinischen Galerie. Größere Menschen brauchen nur in die Höhe zu hüpfen, schon ist der künstlerische Beitrag von Mandla Reuter für sie zum Greifen nah und damit die Schlüsselgewalt über ein ganzes Haus. Das Spiel mit Symbolwert und realer Macht beginnt. Der Südafrikaner mit Wohnsitz Berlin reizt gerne die Grenzen zwischen Schein und Sein aus. Mit seinen klugen Interventionen hinterfragt er jedes Mal die Bedingungen, unter denen sich Kunst präsentiert. Diesmal ist es die Ausstellung „Neue Heimat“ in der Berlinischen Galerie. Sein Beitrag scheint kokett zu fragen: „Wozu Heimat? Wir bleiben einfach hier!“ Dieser anarchische Witz hat offensichtlich auch der Jury des GASAG-Kunstpreises gefallen, denn Mandla Reuter bekam die mit 7500 Euro dotierte Auszeichnung. Als weitere Anerkennung ist er nun mit den beiden Förderpreisträgern Nevin Aladag und Jorinde Voigt in der Berlinischen Galerie zu sehen, die sich damit ebenfalls Schlüsselpositionen gesichert haben.

Berlinische Galerie, Alte Jakobstr. 124-128, bis Mo 7.1.08., tgl. außer Di 10-18, 6 €, erm. 3 €

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