Mein KUNSTSTÜCK : Mit Blick ins Grüne

Christiane Meixner sieht Pilzen beim Wachsen zu

Christiane Meixner

Die Pilze von Sylvie Fleury muss man nicht suchen. Stattdessen sprießen sie einem entgegen: hüfthoch und in diversen Farben schillernd wie giftig psychedelische Gewächse. Skulpturen, die gemacht scheinen für den Schinkel-Pavillon, in dem es statt weißer Wände Glasfronten und einen gemusterten Steinfußboden gibt, der mit den Arbeiten konkurriert.

Keine leichte Aufgabe für den Berliner Sammler Stefan Landwehr, der den Pavillon entdeckte. Der klassizistische Bau, einst Bankettsaal, im Zweiten Weltkrieg zerstört und später nach originalen Plänen wieder aufgebaut, hat ihn nicht losgelassen. Der eigenwillige Pavillion versteckt sich hinter dem leer stehenden Kronprinzenpalais, so dass man ihn trotz seiner Lage zwischen Staatsoper und Schlossplatz kaum findet.

„Hypnotic Poison“ ist der Auftakt einer Ausstellungsreihe, die Landwehr hier realisieren will. Der Mietvertrag ist zwar unbefristet, kann aber aufgelöst werden, sobald es neue Pläne für das Areal gibt. Der vieleckige Einraum ist ein wunderbarer Kontrast zum white cube- Prinzip: Er spielt mit dem Tageslicht und sucht den Dialog mit dem Garten des Palais’. Das wirkt nicht nur auf die Pilze von Sylvie Fleury belebend.

Oberwallstr. 1, bis Sa 28.9., Sa/So 12-18 Uhr

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