Mein Leben als Film : Abierto – Offen

Filmfan Britta Eppinger, 36, will die Kinobesucher herausfordern.

Eppinger
Britta Eppinger -Foto: Thilo Rückeis

Ich führe ein Leben ohne Navigationsgerät, habe keins, nicht im Auto, nicht außerhalb. Die Überraschungen, die das Leben bereithält, mag ich. Mein Film sollte realistisch sein, ein bisschen romantisch und gerne gespickt mit vermeintlichen Unvorhersehbarkeiten. Ein ganz normales Drama eben. Vielleicht könnte er mit einem Fahrradunfall beginnen, in Barcelona, wo ich neun Jahre lang gelebt habe, vor einer tollen, emblematischen Kulisse. Dann folgen Rückblenden, die erklären: wie konnte es dazu kommen, was ist passiert? Ich hatte zwar dort keinen Radunfall, aber ich bin jemand, dem so etwas durchaus leicht passieren kann.

Wichtig wäre mir der Rhythmus des Films. Mal sollte er sehr schnell sein, dann wieder so langsam, dass sich die Zuschauer im Kino fragen: Mann, wann geht’s endlich weiter? Auch die Perspektiven sollten wechseln, mal ein wichtiges Detail im Fokus, mal knapp über dem Boden gefilmt. Man müsste als Zuschauer schon dranbleiben wollen, es wäre sicher kein normaler Film. „Abierto – Offen“, sollte der Titel sein. Oder zumindest der Arbeitstitel. Wer offen und aufgeschlossen bleibt, dem kann alles passieren.

Ich bin eigentlich ausgebildete Bildhauerin, aber jetzt designe ich Taschen aus recycelter Werbeplane. Auf der, die ich gerade umhängen habe, sehen Sie das linke Auge von Josh Hartnett – sie war mal ein großes Filmplakat.

Aufgezeichnet von Katja Reimann

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