Mein Leben als FILM : Titel gesucht

Filmfan Gisela Wehrend, 58, wünscht sich Operettenmusik für ihre Doku.

Wehrend Foto: Thilo Rückeis
Gisela Wehrend -Foto: Thilo Rückeis

Als Regisseur für meinen Film hätte ich gerne Andreas Dresen. Der wüsste dann sicher auch einen Titel, der mir partout nicht einfallen will. Eine Doku-Fiction sollte es sein, also im Stil einer Dokumentation, aber nicht immer alles hundertprozentig faktentreu, das wäre langweilig. Trotzdem sollte der Film mein Werden zeigen. Ich habe eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht, für eine Fortbildung kam ich 1977 aus Niedersachsen nach Berlin – und blieb. Die Szene, wie ich gemeinsam mit einer Freundin ankomme, müsste im Film auf jeden Fall zu sehen sein.

Mein Gepäck bestand aus einem großen Weidenkorb – und einer Stehlampe. All das haben wir in den VW Käfer meiner Freundin gestopft. Warum ich ausgerechnet die Stehlampe mitgenommen habe, weiß ich heute gar nicht mehr. Als ich in Berlin aus dem Wagen stieg, trug ich meine Haare noch nicht kurz wie heute, sondern etwa kinnlang. Eine wichtige Szene wäre die, in der mir klar wird, dass ich alleinerziehende Mutter sein werde. Und die, in der ich dann – mit Kind – meinen späteren Mann kennenlerne. Die Musik zu meinem Lebensfilm sollte eine Mischung sein. Die Jahre meiner Kindheit sind eng mit Walzer- und Operettenmelodien aus dem Radio verbunden, die mein Vater immer hörte. Auch Country und deutsche Volkslieder kämen vor. Solche, die in der „Mundorgel“ stehen und die heute leider keiner mehr singt.

Aufgezeichnet von Katja Reimann

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