Menschenrechte : Deutscher PEN ermahnt China

Das deutsche PEN-Zentrum hat China, den Ehrengast der Frankfurter Buchmesse im kommenden Oktober, zur Einhaltung der Menschenrechte ermahnt. Die freie Meinungsäußerung werde in allen Medien, auch im Internet, überwacht und eingeschränkt, heißt es in einer Erklärung des Schriftstellerverbands.

Offiziell würden in China Schriftsteller und ihre Werke zwar gepriesen und eine Vielzahl von Übersetzungen chinesischer Literatur gefördert. Andererseits seien gerade erst zum 20. Jahrestag des TiananmenMassakers rund 100 Autoren als potenzielle Störenfriede für zwei Wochen inhaftiert worden. Wörtlich heißt es: „Der Dichter Shi Tao verbüßt eine zehnjährige Freiheitsstrafe, und der ehemalige Präsident des Independent Chinese PEN Dr. Liu Xiaobo (53) wurde jetzt nach sechsmonatiger Freiheitsberaubung nicht entlassen, obwohl weder ein Haftbefehl vorliegt, noch ein Gerichtsverfahren anhängig ist. Das ist auch nach chinesischem Recht unzulässig und skandalös.“ Man müsse außerdem befürchten, dass China kein Mitglied des Unabhängigen PENZentrums, ja auch keinen Dissidenten als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse billigen werde. Der Appell des PEN richtet sich dabei auch an die Leitung der Buchmesse, in der Hoffnung, sie werde auf das chinesische Organisationskomitee einwirken. China hatte in dieser Woche angekündigt, rund 50 Autoren sowie mehrere 100 Verlage und mehr als 1000 Künstler zur weltgrößten Bücherschau schicken zu wollen. Rund 600 Veranstaltungen sind geplant. Tsp

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