Kultur : Metropolitan Museum – bald in Berlin

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Während draußen fallende Blätter und sinkende Temperaturen immer deutlicher den Winter ankündigen, verspricht der Generaldirektor der Staatlichen Museen, Peter Klaus Schuster, in der Neuen Nationalgalerie für 2007 einen Sommer der Kunst und lässt schon einmal einen Reigen herzerwärmender Bilder zeigen. Gemeinsam mit Peter Raue, Vorsitzender des Vereins der Freunde der Nationalgalerie, und Gary Tinterow, Kurator des New Yorker Metropolitan Museum, präsentierte er gestern im Mies-van-der- Rohe-Bau das ehrgeizige Ausstellungsprojekt des nächsten Jahres unter dem Motto „Die schönsten Franzosen kommen aus New York“.

In Anlehnung an die erfolgreiche MoMA-Schau von 2004 mit Hauptwerken des 20. Jahrhunderts ist diesmal das New Yorker Metropolitan Museum eingeladen, seine französischen Meisterwerke des 19. Jahrhunderts in Berlin zu zeigen. Die 2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche umfassende Abteilung des Universalmuseums wird im kommenden Jahr um ein Drittel erweitert und rundum saniert, so dass die dortigen Bestände, die nach dem Pariser Musée d’Orsay als weltweit größte Sammlung gelten, auf Reisen gehen können. Berlin wird die einzige Station für die etwa 150 Spitzenwerke von rund 45 Künstlern des vorletzten Jahrhunderts sein, darunter Corot, Courbet, Degas, Monet, Cézanne und Gauguin.

Diesmal wird das am 1. Juni beginnende Gastspiel allerdings nur auf vier Monate beschränkt sein; bereits dafür musste bei den Trustees des Metropolitan Überzeugungsarbeit geleistet werden, denn nie zuvor haben die Werke das Museum verlassen. Insgesamt werden 400 000 Besucher erwartet, durch die sich die 10 Millionen Euro teure Ausstellung rechnen würde. Außerdem sollen Warteschlangen wie bei der MoMA-Ausstellung durch Voranmeldung vermieden werden („Wir sind keine Schlangenbeschwörer!“). Den Besucher erwartet auf der Terrasse ein französisches Café. In der gläsernen Halle wird als einziges Werk Rodins Skulptur „Die Bürger von Calais“ zu sehen sein; die eigentliche Ausstellung beginnt erst im Untergeschoss. Die Finanzierung hat wie beim „MoMA in Berlin“ der Verein der Freunde der Nationalgalerie übernommen. Im Falle eines Schadens tritt eine Staatshaftung in Kraft; nur so ließ sich die Versicherung der Millionen teuren Bilder realisieren. Die spektakuläre Schau soll zugleich den Blick für die Berliner Bestände sensibilisieren, denn Hugo von Tschudi hatte hier als einer der ersten Museumsdirektoren im 19. Jahrhundert die Bedeutung der französischen Kunst erkannt. Das Ticket für „Die schönsten Franzosen“ gilt deshalb auch für die Alte Nationalgalerie. Schließlich gibt es auch dort prachtvolle Exemplare zu sehen. NK

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