Metz, The Horrors, Tricky, The Killers : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker/-innen auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit METZ, The Horrors, Tricky und The Killers.

Geräusche für den Untergang. Das kanadische Rock-Trio METZ. Foto: Ebru Yildiz
Geräusche für den Untergang. Das kanadische Rock-Trio METZ.Foto: Ebru Yildiz

METZ: Strange Peace (Sub Pop)

METZ machen auch auf ihrem dritten Album Geräusche für den Untergang. Die politischen Entwicklungen des letzten Jahres wirken wie Benzin auf die grimmige Glut der Musik dieser drei Kanadier. Vieles erinnert an Spät-Achtziger-Hardcore, aber Wucht und Verzweiflung sind hier von anderer Qualität. Wenn diese Walze von Platte ordnungsgemäß laut durchgehört ist, fällt der Putz von der Decke. Andreas Müller, Moderator

The Horrors: V (Universal)

Vorbei die Zeiten, als diese Band klang (und aussah) wie eine rockende Addam’s Family in der Garage. Mit Adele-Produzent Paul Epworth an den Reglern bekommt das fünfte Album von The Horrors eine nachdenkliche, basslastige Grundierung. Die Wolken schieben sich vor die Sonne, man denkt an Gary Numan, an Björk und dann aber auch an das Vorprogramm von Depeche Mode oder den Pet Shop Boys. Ein paar Songs mit Sogwirkung – immerhin. Steen Lorenzen, Radio eins

Tricky: Ununiform (False Idols)

Wer im Jahr 2017 damit rechnet, dass der wider seinen Willen zum Godfather of Trip- Hop ernannte Tricky noch einmal ein umwerfendes Werk raushaut, hat sich von der Realität verabschiedet. Trotzdem: Das ist eine der besseren Tricky-Platten der letzten Jahre. Russische Rapper stoßen zu den gewohnt düster-lasziven Frauenstimmen dazu, Tricky bereitet ihnen und sich selbst mit manchmal abgefahrenen Sounds das passende Bett. Martin Böttcher, Musikjournalist

The Killers: Wonderful Wonderful (Universal)

Bescheidenheit ist eine Zier, die diese Band aus Las Vegas garantiert nicht kennt: Auch auf ihrem fünften Album spielen The Killers nicht etwa spröden Lagerfeuerfolk, sondern lassen sich den fettest möglichen Überwältigungssound maßschneidern, der für Geld zu haben ist. In guten Momenten erklimmen Brandon Flowers und seine Getreuen den Pop-Olymp, aber mit kitschigen Powerballaden landen sie in einer schlecht recycelten Achtziger-Jahre-Stadionhölle. Jörg Wunder, Tagesspiegel

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