Kultur : Michael Naumann zur Haupstadtkultur

Michael Naumann, Staatsminister für Angelegenheiten der Kultur und Medien, sagte am Dienstag auf einer Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin, er strebe eine "Beschleunigung des Ausbaus der Museumsinsel" an. Die Bauphase sei auf dreißig Jahre angelegt, aber er sei bemüht, sie auf zehn Jahre zu verkürzen: "Dazu bedarf es öffentlicher Unterstützung und mehr Geld." Einer der Wege dahin sei die Reform des Stiftungssteuerrechtes.

Zur Hauptstadtförderung sagte Naumann, die mittelfistige Finanzplanung sei abgeschlossen und mit dem Finanzministerium abgesprochen. Danach stünden 100 Millionen Mark bis 2003 zur Verfügung. "Insgesamt kommen aus meinem Etat 647 Millionen Berlin zugute, inklusive Deutsche Welle und Stiftung Preußischer Kulturbesitz".

Zu den Auseinandersetzungen mit der Berliner Kultursenatorin sagte Naumann: "Die Debatte zwischen Frau Thoben und mir ist beigelegt. Wir sind beide der Ansicht, dass eine altväterliche Form der Führung großer Häuser nicht ganz unschuldig ist an der prekären Situation vieler Häuser." Im laufenden Haushalt klaffe ein Defizit von 70 bis 90 Millionen Mark. "Ob der Bund da zusätzliche Mittel mobilisieren kann, wage ich zu bezweifeln". Naumann kritisierte, dass es in der Stadt 17 Museen gebe, aber keine professionelle Öffentlichkeitsarbeit. Und er versprach den kulturpolitischen Aufbruch: Berlin sei so etwas "wie das kulturelle Schaufenster des Landes. Das heißt nicht, dass es das Beste anzubieten hat, aber das Meiste." Die Hauptstadt sei daher "stärker zu fördern als andere Regionen des Landes".

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