• Mit einer Ausstellung des Künstlers eröffnet das italienisches Kulturinstitut seine neuen Räume in Berlin

Kultur : Mit einer Ausstellung des Künstlers eröffnet das italienisches Kulturinstitut seine neuen Räume in Berlin

Elfi Kreis

Mit einer Ausstellung von Renato Tomassi eröffnet das Italienische Kulturinstitut am 23. Oktober seine neuen Räume am Askanischen Platz 4. Die Werkübersicht mit Gemälden des deutsch-italienischen Malers (1884 - 1972) wird anschließend für vier Wochen zu sehen sein. Am Freitag stellte Federico Tomassi, Neffe des Künstlers, in der Italienischen Botschaft vorab eine Auswahl der Bilder vor. Pierangelo Schiera, Leiter des Italienischen Kulturinstituts, charakterisiert Renato Tomassi als Maler der "Normalität des Lebens", einer Normalität, "wie sie die Tragödien der Geschichte, von den politischen Ereignissen scheinbar unberührt, parallel begleitet".

Renato Tomassi machte sich in den Zwanziger Jahren vor allem mit seinen zeichnerisch geprägten Porträts im Stil des italienischen Realismus einen Namen. Er schuf neben den Bildern seiner zweiten Frau Nadia Bretschneider Bildnisse namhafter Großbürger, daneben entstanden aber auch Landschaften. Später nähert sich sein Realismus dem Impressionismus. Der in der Nähe von Rom geborene Maler pflegte enge Kontakte zur deutschen Kolonie in der italienischen Haupstadt. Ab 1911 wohnt er erstmals einige Jahre in Berlin. Mitte der 30er Jahre folgen Aufenthalte in Berlin, Potsdam, Dresden. 1937 hat er eine große Ausstellung in der bekannten Berliner Galerie Gurlitt. Wenige Jahre später übersiedelt Tomassi endgültig nach Deutschland und lebt ab 1943 in Bad Berleburg/Westfalen.

Dem traumatisch in Deutschland erlebten Schrecken des Zweiten Weltkriegs folgt ein stilistischer Wandel zu expressionistischer Malweise. Alljährliche Aufenthalte in Positano und auf Capri führen zur zentralen Auseinandersetzung mit Licht und zu einer klaren, kraftvollen Farbigkeit. "Es lebe die Kunst in Freud und Leid", steht auf seinem letzten Selbstporträt zu lesen, das kurz vor seinem Tod 1972 entstand.

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