• Mit Klimt, Kandinsky, Bisky und Co.: Das Auktionshaus Ketterer feiert zehn Jahre Berlin

Mit Klimt, Kandinsky, Bisky und Co. : Das Auktionshaus Ketterer feiert zehn Jahre Berlin

Die Berliner Dependance des Münchner Auktionshauses zieht ein festliches Resümee - mit einer Ausstellung von Werken von Klimt, Kandinsky, Bisky und vielen anderen Größen.

Für Norbert Bisky ist die Ausstellung ein Heimspiel. „Carls Rache“, das Porträt dreier zu Bösem entschlossenen Jungs, stammt aus dem Atelier des Berliner Künstlers. Wer es aktuell besitzt, erfährt man nicht. Wohl aber, dass die Leinwand vom Auktionshaus Ketterer für 18 000 Euro aufgerufen wurde – und am Ende 30 000 Euro erzielte.

Ein hübscher Erfolg, den die Münchner gern dokumentieren. Auch darum geht es in der Berliner Repräsentanz des Hauses, die aktuell zehnjähriges Jubiläum feiert. Ihre Sonderschau ist zugleich Rückblick auf die vergangenen Jahre, in denen sich Ketterer stetig entwickelt hat. Nicht zuletzt in der Hauptstadt, wo die Highlights jeder Auktion bis Anfang 2015 nur kurz Station machten und die Räume sonst leer standen. Seit Simone Wiechers die Dependance leitet, ist das anders. Die Kunsthistorikerin zeigt ebenso Werke aus privaten Sammlungen wie von am Markt unterbewerteten Künstlern. Zum Jubiläum hat sie mit „Auf Achse zwischen München und Berlin“ nun ein festliches Resümee konzipiert.

40 Werke, darunter von Beckmann, Klimt, Kandinsky und Münter

Getragen von der etwas komplizierten Idee der Überschneidungen, stellt Wiechers institutionellen Ausstellungen vergangener Jahre diverse Lose aus Ketterer-Auktionen gegenüber. 40 Werke, darunter von Max Beckmann, Gustav Klimt, Wassily Kandinsky oder Gabriele Münter, kommen zusammen. Und natürlich mit „Weib mit Inder auf Teppich (Vorderseite) Früchte II (Rückseite)“ von 1910 ein Bild, das Max Pechstein in neue finanzielle Höhen katapultierte: Die erlösten rund 3,5 Millionen von 2011 sind nach wie vor der Weltrekord für jenen Maler.

Mit Biskys jugendlicher Gang kehren weitere in München versteigerte Werke zurück. Einige hat Robert Ketterer von hiesigen Einlieferern bekommen – wo die Stadt doch angeblich kaum Sammler hat. Was so nicht stimme, erklärt der Auktionator. Man muss sie bloß kennen, und die neue Präsenz hat auch das Vertrauen in ein Haus gestärkt, das sonst mehr für München stand. Dabei lag Ketterer „Berlin immer am Herzen, denn die Hauptstadt ist das lebendigste Zentrum für Contemporary Art“.

In der Ausstellung ist auch diese These belegt anhand der Arbeiten von Katharina Grosse, Leiko Ikemura, Rainer Fetting oder Anselm Reyle. Man kann ihr also viele Hin- und Querverweise auf die Verbindung zwischen zwei wichtigen Städten für Kunst und Handel entnehmen. Man kann sie aber auch einfach anschauen und genießen.

Ketterer Kunst, Fasanenstr. 70; bis 30.4., Mo–Fr 10–18 Uhr, Sa 11–16 Uhr

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