Kultur : Mit neuen Eintrittspreisen lässt Peymann die Reichen für die Armen zahlen

Der Geist von Brecht ist doch noch wach am Berliner Ensemble. Mit neuen Eintrittspreisen und mehr Service will Claus Peymann mehr Besucher ins Theater locken. "Die Reichen zahlen für die Armen", erläuterte der neue Intendant des Berliner Ensembles gestern in gewohnter Schlagfertigkeit seine Kampagne. Mit 60 Mark für die teuersten Plätze rangiert das Berliner Ensemble künftig zwar unter den hauptstädtischen Schauspielbühnen an der Spitze; gleichzeitig werden sich jedoch die Preise für mehr als die Hälfte der Karten verbilligen. Mit zehn Mark auch bei Premieren seien die Eintrittspreise für Studenten, Arbeitslose, Wehr- und Zivildienstleistende, Sozialhilfeempfänger und Asylbewerber "absolut konkurrenzlos", betonte Peymann.

Mehr Nähe zum Publikum sollen künftig regelmäßige Zuschauergespräche nach den Aufführungen herstellen. Bei "Fliegenden Klassenzimmern" mit Schauspielern, Regisseuren und Dramaturgen in Schulen will man junge Zuschauer für das Theater gewinnen. In Häusern, in denen die Platzausnutzung unter 80 Prozent liege, werde eine falsche Arbeit gemacht, meinte Peymann auf einer Pressekonferenz.

Nach dem Umbau eröffnet das neue Berliner Ensemble am 8. Januar 2000 mit der Uraufführung von George Taboris Stück "Die Brecht-Akte". Am 12. Dezember können sich Interessierte bei einem "Tag der offenen Tür" schon einmal im Theater am Schiffbauerdamm umsehen.

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