Kultur : Modul statt Hasenstall

Das neue Konzept der Kunstmesse Frankfurt

Christian Huther

Mittelmaß soll es nicht mehr geben. Und so lautet das Motto der nächsten Art Frankfurt vielsagend „High & Low“. Der 37-jährige Michael Neff – vor drei Monaten für die langjährige Leiterin Marianne El Hariri berufen – will die Messe komplett umkrempeln. Das heißt zunächst einmal Reduktion: Statt 150 gibt es nur noch 75 Aussteller, statt zugebauter „Hasenställe“ (so Neff) vier Standmodule mit einer Größe von 25 bis 100 Quadratmetern. Die „fine art fair frankfurt“, so der neue Messetitel, wird vom 16. bis 19. März 2006 stattfinden. Die Aussteller kommen in der Halle 9 unter, eine Etage mit 15000 Quadratmetern und dem rauen Charme einer über 20 Jahre alten Industriehalle. Dafür sind die Wände über acht Meter hoch und die Standpreise zwischen 3800 und 13800 Euro vergleichsweise günstig. Prinzipiell sollen sich die Galerien auf Einzelausstellungen konzentrieren und dürfen höchstens vier Künstler präsentieren.

Für die Auswahl der Galerien sorgt ein sechsköpfiger Beirat. Ein Drittel der Teilnehmer stehe bereits fest, so Neff. Doch die Ausstellerliste soll erst Anfang 2006 veröffentlicht werden. Wohl auch weil die Messe internationaler werden soll und viele Bewerber aus der Region abweisen wird. Die kamen in den letzten Jahren gerne, ließen aber die 1989 gegründete Art Frankfurt nie über ein Mittelmaß hinauskommen. Neff – seit einem Jahrzehnt als Galerist und Kunstberater in Frankfurt tätig – sagt man gute internationale Kontakte nach. Wenn es ihm gelingt, wichtige Galerien in die Mainmetropole zu locken, könnte sich die „fine art fair frankfurt“ im hart umkämpften Messemarkt doch noch etablieren.

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