• Monat der Fotografie: Zwischen Dokumentarfotografie und Kunst - Absolventen der Ostkreuz Fotoschule

Monat der Fotografie : Zwischen Dokumentarfotografie und Kunst - Absolventen der Ostkreuz Fotoschule

Wie sieht die Dokumentarfotografie von morgen aus? Der Abschlussjahrgang der Ostkreuz Fotoschule präsentiert sich im SEZ. Die Absolventenschau wird voraussichtlich ein Publikumsmagnet.

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Jakob Ganslmeier portraitierte über einen Zeitraum von anderthalb Jahren sieben Soldaten der Bundeswehr. Was diese Soldaten verbindet ist, dass sie aufgrund von Auslandseinsätzen an posttraumatischen Belastungsstörungen erkrankt sind.
Jakob Ganslmeier portraitierte über einen Zeitraum von anderthalb Jahren sieben Soldaten der Bundeswehr. Was diese Soldaten...Foto: Jakob Ganslmeier

Der Begriff Sozialreportage ist in den letzten Jahren etwas in Verruf geraten, was daran liegt, dass der Betrachter plötzlich sehr viele Einblicke in fremde Welten bekam, die nach dem immergleichen Rezept funktionierten: kauziges Gesicht, Haustür-Close-up, Alltagsgegenstand. Heftige Realität, anderes Leben, alles klar? Wenn sich ein Fotograf in eine fremde, soziale Welt begibt, ein paar Stunden, Tage, im besten Fall länger, dann kann viel schiefgehen. Denn auch das Schauen, ja sogar das Anwesendsein, will gelernt sein. Wenn man das Beobachten dann noch in Einklang bringen möchte mit den eigenen ästhetischen Ideen, kann man sich leicht verlieren.

Die Absolventen der Ostkreuz Fotoschule haben sich ganz bewusst in das Spannungsfeld zwischen Sozialreportage und freier Kunst begeben. Sie wissen um den schmalen Grat zwischen Wahrhaftigkeit und Klischee. Die Ergebnisse einer einjährigen Recherchephase zeigt der Dokumentarfotografienachwuchs nun in der alljährlichen Abschlussausstellung, die dieses Mal „Achtens“ heißt – weil der achte Jahrgang sich vorstellt. Melanie Feder fotografierte im Vivantes Klinikum in Friedrichshain, Jakob Ganslmeier begleitete eineinhalb Jahre lang Soldaten der Bundeswehr, die nach Auslandseinsätzen unter dem Posttraumatischen Belastungssyndrom leiden (Foto), Louisa Bäcker fahndete nach den Attributen sexueller Attraktivität, Anne Sell versuchte sich an einer Serie über häusliche Gewalt. Auch einen spannenden Ausstellungsort haben die Absolventen wieder gewählt – dieses Mal das SEZ, das ehemalige Schwimm- und Sportzentrum an der Landsberger Allee. Birgit Rieger

Vernissage Fr 17.10., 19 Uhr, bis So 26.10., Mo-So 11-21 Uhr, 3 €, SEZ Berlin, Landsberger Allee 77

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