Mouse on Mars feiert Geburtstag im HAU : Offen für alles

Blubbern, Zischeln, Zwitschern: Das Elektronikduo Mouse on Mars ist auch nach 21 Jahren ungebrochen experimentierfreudig. Im HAU feiern sie Geburtstag - und haben Freunde eingeladen.

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Foto von Mouse on Mars
Jung geblieben: Mouse on Mars sind auch nach über 20 gemeinsamen Jahren noch experimentierfreudig.Foto: Promo

Runde Jubiläen feiern kann jeder. Weshalb das Elektronikduo Mouse On Mars gleich zwei Tage lang seinen 21. Geburtstag im Hebbel Theater gefeiert hat. Mit einer illustren Schar an Gästen: vom Indiepop-Darling Laetitia Sadier bis zum Abstrakt-Elektroniker Markus Popp alias Oval. Inzwischen in Berlin beheimatet, haben sich Andi Thoma und Jan St. Werner bereits während ihrer Kölner Zeit häufig mit den unterschiedlichsten Musikern zusammengetan, um die eigene, oft sperrige elektronische Musik nicht zu hermetisch werden zu lassen. Wenn ihnen danach ist, treten sie live auch mit einem Schlagzeuger auf, so dass Besucher solcher Mouse-On-Mars-Shows durchaus sagen können, auf einem Rockkonzert gewesen zu sein.

Am ersten Abend ihrer bunten Party in Berlin traten die Geburtstagskinder natürlich auch selbst auf und präsentierten wieder eine Kollaboration. Dieses Mal mit Tyondai Braxton, der nicht nur der Sohn des berühmten Freejazz-Saxofonisten Anthony Braxton ist, sondern selbst ein anerkannter Experimentalmusiker. Außerdem waren die Sonic Robots mit dabei, eine Art Installation mit computergesteuerten Percussioninstrumenten. Nicht zuletzt die Einbeziehung derartiger Gimmicks sorgt dafür, dass Mouse-On-Mars-Konzerte auch nach über 20 Jahren nicht langweilig sind.

Jan St. Werner, Andi Toma und Tyondai Braxton schraubten dann lustvoll an ihren Analogsynthesizern herum und ließen es nach allen Regeln der Mouse-On-Mars-Kunst blubbern, zischeln und zwitschern. Rein performativ ist ein derartiges Musizieren natürlich nur von begrenztem Unterhaltungswert. Aber dann rumpelte es eben immer wieder bei den Drumrobotern, die auch entsprechend illuminiert wurden und deren Geklöppel auf wundersame Weise zur abgefahrenen Mouse-On-Mars-Elektronik passte. Dass da bitte niemand mehr sagt, da stünden ja bloß ein paar Typen auf der Bühne, die an irgendwelchen Knöpfchen drehen!



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