Kultur : Mozartiana

KEVIN CLARKE

Das BSO unter Zoltßn Peskó mit Mozart, Tschaikowsky und RegerVON KEVIN CLARKEMozart - geliebtes Genie, Zentrum eines Konzerts, das ihn zum Dreh- und Angelpunkt eines Thema-und-Variationen-Abends machte: Unter Zoltßn Peskós Leitung spielte das Berliner Sinfonie Orchester Mozarts von "Don Giovanni"-Vorahnungen durchschossene Prager Symphonie, mit herrlichen Holzbläserpassagen (und etwas weniger herrlichem Streichersound), bevor sie sich vom Wolferl verabschiedeten und sich zwei vom ihm inspirierten Werken zuwandten: Tschaikowskys "Mozartiana"-Suite und Max Regers "Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart".Tschaikowsky wählte weitgehend unbekannte Melodien aus der Feder seines Amadeus und formte daraus eine Gruppe von vier äußerst hübschen Charakterstücken.Besonders aufhorchen ließ die klanglich luxurierende Preghiera, der das berühmte "Ave verum corpus" zugrunde liegt.Der gute Pjotr machte daraus ein harfenumwehtes Gebet der singenden Celli und seligen Geigen, das vom BSO mit entsprechender Inbrunst dargeboten wurde.Doch schon marschierte das Finale im "Allegro giusto" daher, lieferte von "Nußknacker"-Glockenspielklängen bis zu einem schönen Klarinettensolo so ziemlich alles, was das effekthaschende Herz begehrt, bevor es mit Reger rege weiter ging.Das zart-wiegende 6/8-Thema aus der A-Dur Klaviersonate in schimmernden, spätromantischen Orchesterklang tauchend, spinnt Reger ein weites Netz von luftig durchbrochenen Figurationen, bevor er eine gewaltige Fuge (deren "grazioso"-Einsatz dem BSO leicht verckckelte) startet, an deren Ende das ursprüngliche Thema in Reinform vom strahlenden Blech geschmettert wurde - der Beweis, daß das ganze kontrapunktische Gemühe neben einer wirklich grandiosen Melodie schlicht verblaßt.Besonders wenn ihr Autor Mozart heißt.

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