MTV Video Music Awards : Beyoncé hängt Adele ab - mit acht Preisen

Es war eine mit Spannung erwartete Gala-Nacht. Am Ende war Beyoncé bei den MTV Video Music Awards die große Gewinnerin. Sie räumte in den meisten Kategorien ab.

Im Federkleid: Beyoncé auf den MTV Video Music Awards in New York.
Im Federkleid: Beyoncé auf den MTV Video Music Awards in New York.Foto: Eduardo Munoz/Reuters

Die Konkurrenz war stark, doch am Ende hatten Adele („Hello“), Justin Bieber („Sorry“), Kanye West („Famous“) und Drake („Hotline Bling“) gegen US-Superstar Beyoncé keine Chance. Mit ihrem Hit „Formation“ holte die Sängerin in der Nacht zum Montag bei der Verleihung der MTV Video Music Awards den Hauptpreis „Video des Jahres“.

"Formation" gilt als ihr bislang politischstes Werk. "Ich widme diesen Preis den Menschen von New Orleans. Möge Gott euch beschützen, Leute", sagte die 34-Jährige. In dem in New Orleans gedrehten Musikvideo, das sich mit der Anti-Rassismus-Bewegung Black Lives Matter solidarisiert, sind an einer Stelle Polizisten zu sehen, die die Hände heben, so als würden sie festgenommen. Zudem steht an einer Wand "Stop Shooting US" geschrieben.

Beyoncé war zuvor in Begleitung von vier Müttern getöteter Afroamerikaner zu der Preisverleihung erschienen. Sie betrat den roten Teppich gemeinsam mit den Müttern von Michael Brown, Eric Garner, Oscar Grant und Trayvon Martin. Sie alle waren unter umstrittenen Umständen getötet worden, vor allem durch Polizeigewalt. Drei der vier Frauen sind auch in Beyoncés Film "Lemonade" zu sehen, zu dem es auch ein gleichnamiges Album gibt.

Beyonce mit Nonstop-Darbietung

Die Künstlerin, die mit elf Gewinnchancen ins Rennen gezogen war, räumte in weiteren Kategorien ab, darunter für bestes Video einer weiblichen Künstlerin („Hold Up“) und für Regie, Kamera und Schnitt von „Formation“. Insgesamt reichte es für acht Preise. Und Beyoncé zeigte den begeisterten Zuschauern im New Yorker Madison Square Garden, dass sie die höchste Ehre verdient hat. Mit einer etwa zwanzigminütigen Non-Stop Darbietung, bei der sie einen Hit nach dem anderen sang, krönte sie sich selbst zur „Queen Bee“.

Zu den weiteren Gewinnern zählten der kanadische Rapper Drake (29), der mit „Hotline Bling“ den Preis für das „Beste Hip-Hop Video“ holte. Der schottische DJ und Sänger Calvin Harris (32) wurde für seinen Erfolgs-Track „This Is What You Came For“, den er mit der Sängerin Rihanna aufgenommen hatte, in der Sparte „Bestes Video eines Mannes“ ausgezeichnet.

Die amerikanische Pop-Rock-Band DNCE („Cake by the Ocean“) um Sänger Joe Jonas holte die Trophäe als beste Nachwuchskünstler. Die Girlgroup Fifth Harmony sahnte mit „All in My Head“ den Preis für den besten Sommer-Song ab. David Bowie wurde posthum in der Sparte „Art Direction“ für seinen Song „Blackstar“ geehrt. Das gleichnamige Album war Anfang des Jahres erschienen - wenige Tage vor Bowies Tod am 10. Januar.

Rihanna trat vier Mal live auf

Auch Pop-Sängerin Rihanna (28) konnte ihre Trophäensammlung weiter vergrößern. Der auf Barbados aufgewachsenen Sängerin („Work“) wurde der „Michael Jackson Video Vanguard Award“ verliehen. Die Trophäe zollt dem Einfluss des Preisträgers auf die Musikszene Tribut.

Rihanna, die während der Show im Madison Square Garden auch vier Mal live auftrat, wurde mit stürmischem Applaus gefeiert. Ihr Heimatland werde nun so stolz auf diese Auszeichnung sein, sagte die Sängerin. Dies sei ein unglaublicher Moment. Zu den früheren Gewinnern zählen Kanye West, Beyoncé, Justin Timberlake und Madonna.

Zum ersten mal seit zehn Jahren trat Britney Spears (34) bei der Show wieder Live auf. Das dreistündige Spektakel brachte auch Stars wie Kim Kardashian, den Rekordolympiasieger Michael Phelps und die US-Turnerinnen um Simone Biles auf die Bühne.

Alle Preise der MTV Video Music Awards 2016:


- VIDEO OF THE YEAR (Video des Jahres): „Formation“, Beyoncé

- BEST POP VIDEO: „Formation“, Beyoncé

- BEST HIP-HOP VIDEO: „Hotline Bling“, Drake

- BEST ROCK VIDEO: „Heathens“, twenty one pilots  

- BEST FEMALE VIDEO (Bestes Video einer Frau): „Hold Up“, Beyoncé

- BEST MALE VIDEO (Bestes Video eines Mannes): „This Is What You Came For“, Calvin Harris feat. Rihanna  

- BEST COLLABORATION (Beste Zusammenarbeit): „Work From Home“, Fifth Harmony feat. Ty Dolla $ign

- BEST ELECTRONIC VIDEO: „How Deep Is Your Love“, Calvin Harris & Disciples

- BEST ART DIRECTION: „Blackstar“, David Bowie

- BEST CINEMATOGRAPHY: „Formation“, Beyoncé   

- BEST CHOREOGRAPHY: „Formation“, Beyoncé

- BEST EDITING: „Formation“, Beyoncé

- BEST VISUAL EFFECTS: „Up&Up“, Coldplay

- BEST DIRECTION (Beste Regie): „Formation“, Beyoncé   

- BEST NEW ARTIST (Nachwuchspreis): DNCE

- BREAKTHROUGH LONG FORM VIDEO: „Lemonade“, Beyoncé

- SONG OF SUMMER: „All In My Head“, Fifth Harmony featuring Fetty Wap

- EHRENPREIS (Preis in Erinnerung an Videoclip-Vorreiter Michael Jackson - „Michael Jackson Video Vanguard Award“): Rihanna

(dpa, AFP)

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