Kultur : Müllkippe Meer: Friedhof der Supertanker

Im Ärmelkanal, der viel befahrenen Verbindung zwischen dem offenen Atlantik und der Nordsee, sind immer wieder Tanker havariert. In der Regel waren es Öltanker, die auseinander brachen oder sogar sanken. Die Unfälle hatten schwere Schäden für Umwelt und Tourismus der Region zur Folge. Die schwersten Katastrophen der vergangenen Jahrzehnte

12. Dezember 1999 vor der Bretagne: Der unter Malta-Flagge fahrende italienische Tanker "Erika" bricht bei rauer See auseinander und sinkt. Nahezu 17 000 der etwa 31 000 Tonnen Schweröl treten binnen neun Monaten aus und verschmutzen fast 500 Kilometer französische Küste am südwestlichen Ausgang des Kanals. 300 000 Seevögel verenden.

7. März 1980 vor der Bretagne: Weiter östlich, vor der Ile de Batz, zerbricht im Sturm die "Tanio", ein in Madagaskar registrierter Tanker. Auf mehr als hundert Kilometern werden mindestens 3000 Tonnen Heizöl an die Strände geschwemmt.

28. April 1979 vor der Bretagne: Die in Liberia registrierte "Gino" kollidiert vor der Insel Ouessant im Westen des Kanals mit einem norwegischen Tanker und sinkt. Das Asphaltöl aus der Gino breitet sich auf dem Meeresboden aus und treibt später weit südlich bis an die Strände von La Baule.

16. März 1978 vor der Bretagne: Der US-Supertanker "Amoco Cadiz" (Liberia-Flagge) läuft vor Brest auf Grund und verursacht eine horrende Ölpest. Die gesamte Landung von mehr als 220 000 Tonnen geht verloren und verdreckt 360 Kilometer Küste.

18. März 1967 vor Cornwall: Die in Liberia registrierte "Torrey Canyon" läuft vor der Südwestspitze Englands auf ein Riff und verliert nahezu 120 000 Tonnen Öl. Der Ölteppich verseucht nicht nur die Strände Cornwalls, sondern auch Gebiete von Frankreich bis Holland.

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