Munch-Bilder : Dritter Räuber wahrscheinlich identifiziert

Mehr als zwei Jahre nach dem spektakulären Raub zweier Meisterwerke des norwegischen Malers Edvard Munch hat die Polizei "vermutlich" den dritten Täter identifiziert. Er starb anscheinend an einer Überdosis.

Oslo - Der Mann sei Anfang November gestorben, allem Anschein nach an einer Überdosis Heroin, teilte die Polizei mit. Seinen Namen nannte sie nicht.

Die Zeitung "Aftenbladet" berichtete jedoch auf ihrer Internet-Seite, der Mann sei 27 Jahre alt gewesen. In einem geheim mitgeschnittenen Gespräch habe er gesagt, der Raub sei im Auftrag von David Toska ausgeführt worden. Gegen Toska läuft ein Berufungsverfahren wegen eines Bankraubs, bei dem ein Polizist getötet wurde. In der norwegischen Presse war bereits mehrfach über ein Zusammenhang beider Verbrechen spekuliert worden.

Staatsanwaltschaft vermutet Auftragsdiebstahl

Zwei bewaffnete und maskierte Täter hatten am 22. August 2004 am hellichten Tag das Munch-Museum in Oslo gestürmt, die berühmten Gemälde "Der Schrei" und "Madonna" vor den Augen der Besucher von der Wand gerissen und waren in einem Wagen geflohen. Im Mai hatte ein Gericht Haftstrafen von bis zu acht Jahren gegen drei Angeklagte verhängt. Zwei weitere Verdächtige wurden aus Mangel an Beweisen freigesprochen, darunter ein Mann, der nach Ansicht der Staatsanwaltschaft beim Raubzug dabei war. Sie legte Berufung ein.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Bilderraub in Auftrag gegeben worden war, um die Polizei von ihren Ermittlungen zu dem Bankraub abzulenken. Ende August tauchten beide Bilder wieder auf. Die Medien vermuteten, Toska habe das Versteck verraten, um im Gegenzug Hafterleichterungen zu erhalten. (tso/AFP)

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