Museen : Jüdisches Museum erweitert Ausstellung

Das Jüdische Museum Berlin erweitert seine Multimedia-Ausstellung um die Geschichte der Ostjuden in Deutschland.

Berlin - Im so genannten Rafael Roth Learning Center des Jüdischen Museums werden 250 Bilder, Dokumente, Karten sowie Text- und Musikeinspielungen zur Einwanderung der Juden Osteuropas in das Kaiserreich und die Weimarer Republik gezeigt, teilte das Museum am Freitag mit. An 17 Computerstationen können Besucher nachvollziehen, wie sich die Einwanderer bemühten, ein neues Leben in Deutschland aufzubauen.

Etwa 80.000 osteuropäische Juden aus Russland, Polen und Galizien ließen sich von 1880 bis 1924 im Berliner Scheunenviertel, im Frankfurter Ostend oder im Segeroth-Viertel in Essen nieder. Zu ihnen gehörte der in Ostgalizien geborene Schauspieler Alexander Granach, der dann in Hollywood Karriere machte, oder Chaim Weizmann, später Präsident Israels. Er studierte in Darmstadt und Berlin, weil ihm in Russland als Jude der Zugang zur Universität versperrt war.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts emigrierten immer mehr Juden aus Russland und Galizien nach Westeuropa und in die USA. Es waren vor allem wirtschaftliche Gründe, die sie zur Auswanderung zwangen. Auch rechtliche Diskriminierung und Angst vor Verfolgung lösten unter den russischen Juden eine Auswanderungswelle. In Deutschland waren die Emigranten Vorurteilen ausgesetzt, die häufig eine dauerhafte Ansiedlung und soziale Etablierung in Deutschland erschwerten. (tso/dpa)

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