Kultur : Museum für Indische Kunst: Berlin gibt Götterbildnis an Nepal zurück

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Das Museum für Indische Kunst trennt sich von einem seiner wertvollsten sakralen Gegenstände aus Nepal und übereignet ihn dem Museum in Patan. Das Relief aus dem 9. Jahrhundert wurde 1982 einer Kultgemeinde Nepals gestohlen und 1985 vom Berliner Museum für Indische Kunst durch Vermittlung eines Kunsthändlers erworben (Tagespiegel vom 9. August). Nun wird es ohne Bedingungen in das Eigentum des Staates Nepal übergehen. Man müsse mit guten Taten Zeichen setzen, sagte die kulturpolitische Sprecherin der Grünen, Antje Vollmer, gestern bei einer Pressekonferenz. Deshalb habe sie sich dafür eingesetzt, dass das geraubte Relief nach Nepal gebracht werde. Die Direktorin des Museums für Indische Kunst, Marianne Yaldiz, wird den Transport Ende dieses Monats begleiten und dem Museum in Patan unweit von Kathmandu übergeben. Das 1997 eröffnete Museum in Patan zeigt Gegenstände, deren Ausfuhr von Zollbeamten verhindert wurde. Aus diesem Akt guten Willens lasse sich keine Regel ableiten, betonte der Generaldirektor der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Peter Schuster. Der Kunsthändler aus Wiesbaden, der dem Museum das Relief verkaufte, sei - so Schuster - "verschwunden und nicht mehr zu greifen".

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