Kultur : Museumsinsel: Bund übernimmt Berliner Anteil nicht

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Im Streit um die Sanierungskosten der Berliner Museumsinsel wird der Bund entgegen anderslautenden Berichten nicht den Berliner Anteil übernehmen. "Davon, dass der Bund auch den Berliner Anteil übernimmt, war nie die Rede. Das geht auch aus keiner der Unterlagen hervor", erklärte Staatssekretär Knut Nevermann aus dem Büro von Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin am Montag und bestätigte damit einen Bericht des Tagesspiegel vom Vortag. "Der Bund zahlt seinen Anteil der Sanierungskosten zu hundert Prozent und verzichtet darauf, ihn entsprechend dem Berliner Ausstieg zurückzufahren." Das bedeutet jedoch, dass insgesamt nur 80 Prozent der Bausumme zur Verfügung stehen. Allerdings erhöht sich der Anteil 2003 gegenüber dem Vorjahr um fünf Millionen Euro.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, sprach von einer Täuschung der Öffentlichkeit. "So ist nicht gewettet worden", sagte er der dpa. "Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann, hat es anders verstanden, wir alle haben anders verstanden, was der Bundeskanzler gesagt hat."

Hintergrund ist, dass der Bund bei einem einseitigen Ausstieg Berlins vertraglich nicht verpflichtet wäre, seinen Anteil weiterhin zu zahlen. "Die Berliner haben sich rechtswidrig aus der Museumsinsel verabschiedet", betonte Zimmermann. Schröder hatte am vergangenen Mittwoch auf einer Pressekonferenz angekündigt, der Bund werde die Finanzierung der Museumsinsel von 2003 an zu 100 Prozent statt wie gegenwärtig zu 80 Prozent übernehmen.

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