Museumsinsel : Mehr Platz für islamische Kunst

Das Berliner Museum für Islamische Kunst gehört zu den Gewinnern der Neuordnung des Pergamonmuseums, die nach dem Masterplan für die Museumsinsel bis 2019 abgeschlossen sein soll.

Das Museum für Islamische Kunst zieht vom Südflügel, wo die Sammlung derzeit zu sehen ist, in insgesamt drei Geschosse im Nordflügel und verdoppelt dabei seine Fläche. Die Gleichberechtigung der islamischen Kunst mit der europäischen Antike soll gleich im Erdgeschoss mit einem Paukenschlag deutlich werden: Eines der Schmuckstücke der Sammlung, die Mschatta-Fassade eines Kalifenpalastes aus dem heutigen Jordanien von 743-744 v. Chr., soll in unmittelbarer Nähe des Pergamonaltars aufgebaut werden, als islamischer Gegenpart sozusagen.

Der neue Direktor des Museums, Stefan Weber, will den Umzug für eine inhaltliche Neuordnung der Sammlung nutzen: Sie soll nicht mehr rein chronologisch nach Dynastien geordnet sein, die kaum ein Besucher kennt. Sondern nach größeren Zeiträumen wie der „Zeit der Kalifen“ oder der anschließenden „Zeit der Sultane“, als die Großreiche aufsplitterten. Daneben werden Geografie und Lebensräume wie Moschee, Haus und Garten zu neuen Ordnungsprinzipien. Mit Fragen der Präsentation islamischer Kunst befasst sich derzeit in Berlin auch ein internationaler Workshop in Kooperation mit dem Aga Khan Museum in Toronto, das selbst ab 2013 islamische Kunst präsentieren will. Die Sammlung des Aga Khan wird zuvor ab 17. März im Berliner Gropius-Bau zu sehen sein. Die Planung für den neuen Ausstellungsparcours des Berliner Museums für Islamische Kunst soll hingegen schon in diesem Jahr abgeschlossen sein. a.n.

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