Musik : Bühnenverein geht gerichtlich gegen Orchesterstreiks vor

Arbeitskampf: Die Deutsche Orchestervereinigung hat für Mittwochabend Streiks von über 20 Ensembles bundesweit angekündigt. Der Bühnenverein, die Arbeitgeber-Vertretung, will die Maßnahmen gerichtlich verbieten lassen.

KölnDer Deutsche Bühnenverein geht gerichtlich gegen einen angekündigten Orchesterstreik vor. "Entsprechende einstweilige Verfügungen wurden bereits beantragt", teilte der Bühnenverein am Mittwoch in Köln mit. "Ziel der Verfahren ist es, die angedrohten Streiks gerichtlich untersagen zu lassen." Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) hatte vor einer Woche bundesweite Streikaktionen angekündigt. Bereits Ende November waren durch Streiks unter anderem in Leipzig, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Stuttgart und Magdeburg Abendvorstellungen ausgefallen oder nur mit Klavier aufgeführt worden.

Hintergrund ist der Streit um den seit drei Jahren vom Deutschen Bühnenverein teilweise gekündigten Orchestertarifvertrag. Strittig ist, in welchem Umfang Orchestermusiker unmittelbar an den Tariferhöhungen des öffentlichen Dienstes teilhaben sollen.

Bühnenverein: Streiks sind unverhältnismäßig und rechtswidrig

Nach Angaben der DOV sollte die Streikwelle mit den Abendvorstellungen an diesem Mittwoch anlaufen. Aufgerufen seien mehr als 20 Orchester in insgesamt neun Bundesländern, teilte die Gewerkschaft auf ihrer Website mit. Laut DOV will der Bühnenverein als Arbeitgeber-Vertretung die bisher bestehende Ankopplung der Orchester an den öffentlichen Dienst "massiv" einschränken.

Der Bühnenverein bestreitet das. Die Streiks seien völlig unverhältnismäßig und deshalb rechtswidrig, sagte Direktor Rolf Bolwin am Mittwoch. Dagegen stehe auch die Freiheit der Kunst. "Insofern taucht die Frage auf, ob das in Ordnung ist, vor allem wenn es um eine solche Luftnummer geht." An welchem Gericht das Verfahren anhängig sei, wollte er nicht sagen. Eine Entscheidung erwarte er sehr schnell. "Wir hätten das nicht gemacht, wenn es aus unserer Sicht keine Erfolgsaussichten gäbe", sagte Bolwin. (goe/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar