Kultur : "Musik ist Spaß auf Erden" - Die Saison 2000/01

jök

Ein wenig mag das Motto der nächsten Philharmoniker-Saison auch als Selbstaufmunterung gedacht sein: "Alles ist Spaß auf Erden" heißt die programmatische Leitlinie, unter die Berlins berühmtester Klangkörper die vorletzte Spielzeit unter seinem scheidenden Chefdirigenten Claudio Abbado gestellt hat. Demonstrativ strahlender Laune gab sich Philharmoniker-Intendant Elmar Weingarten bei der Vorschau auf sein letztes Amtsjahr, gelassen der Orchestervorstand trotz der Gewitterwölkchen, die den philharmonischen Frieden beeinträchtigen. Denn natürlich herrscht auch bei Deutschlands Eliteorchester nicht nur eitel Sonnenschein: Nach wie vor hat man mit einer hohen Musikerfluktuation zu kämpfen, immer noch ist die Frage der zukünftigen Trägerschaft nicht entschieden. "Wahrscheinlich werden sich der Bund und das Land Berlin jedoch noch in diesem Jahr auf eine neue Rechtskonstruktion der Trägerschaft einigen", wiegelte Weingarten ab, "eine Stiftungs-Konstruktion wird in jedem Fall sicher stellen, dass Berlin weiterhin in der Verantwortung für die Philharmoniker verankert bleibt". Von einer Teilübernahme durch den Bund erhoffen sich die Musiker auch eine Erhöhung der Zuwendungen, die den Orchesterjob wieder attraktiver machen und die Abwanderung von Musikern auf höher dotierte Professorenstellen stoppen soll. Orchestervorstand Peter Riegelbauer gab sich dennoch optimistisch: Zwar seien immer noch einige wichtige Orchesterpositionen vakant, doch sei es gelungen, einen Teil der freien Stellen vorrangig mit Hochschulabgängern wieder zu besetzen. Künstlerisch ist die nächste Philharmoniker-Saison mit ihren 99 Berliner Auftritten nicht nur vom Spaß-Motto, sondern vor allem von einer Fortsetzung der Zusammenarbeit mit den bisherigen Philharmoniker-Gästen und einigen behutsamen innovativen Programm-Akzenten, darunter einem Projekt mit dem Jazz-Trompeter Wynton Marsalis geprägt. Kompositionsaufträge sind unter anderem an den französischen Altmeister Henri Dutilleux, an Hans-Werner Henze und Heiner Goebbels ergangen.

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