Musik mit der Loop Station : Heimspiel für Konrad Kuechenmeister

Alors on danse! Am Montag ist astronomischer Sommeranfang und für tausende Musiker auf der ganzen Welt Anlass zum Feiern. Mit dabei ist der Künstler Konrad Kuechenmeister.

Katharina Kühn
Konrad Kuechenmeister experimentierte als Kind im Musikzimmer seiner Eltern. Nun macht er mit zwölf Instrumenten seine Songs.
Konrad Kuechenmeister experimentierte als Kind im Musikzimmer seiner Eltern. Nun macht er mit zwölf Instrumenten seine Songs.Foto: promo

Das Prinzip ist einfach: Bei der Fête de la Musique darf jeder Musik machen und ihr lauschen – bevorzugt unter freiem Himmel. Die Veranstaltungen zwischen 16 und 22 Uhr sind so vielfältig wie die auftretenden Künstler: große Bühnen mit aufwendiger Technik und spontane Konzerte im Park sind erlaubt, sie müssen nur den Grundgedanken treffen. Es darf keinen Eintritt kosten.

Unter den professionellen Künstlern, die auftreten, ist Konrad Kuechenmeister. Mit einer Loop Station, nimmt der Wahl-Berliner einen Rhythmus nach dem andern auf, legt die Spuren übereinander und bastelt so seine Songs Stück für Stück zusammen. Dafür hat er zwölf Instrumente auf der Bühne liegen, benutzt aber auch die Dinge, die ihm sein Publikum in die Hand gibt, etwa eine Bonbondose. Zum Schluss entstehen Musikstücke, die im Reggae, Hip Hop, Dance Hall oder in der Latin Music eingeordnet werden können.

Angefangen hat Konrad Kuechenmeister, ganz im Sinne der Fête: auf der Straße. „Ich hatte mir die Loop Station neu gekauft und wollte sie zuhause ausprobieren. Weil das meinem Nachbarn zu laut war, habe ich mit einer Autobatterie und einem Verstärker am Brandenburger Tor weiter herumexperimentiert.“ Üben und ein bisschen Geld verdienen, das hatte er schon oft gemacht. Dass er nach vier Stunden aber so viel Geld zusammenhatte wie sonst nach zwei Tagen, überraschte Konrad Kuechenmeister schon.

Musikunterricht genommen hat der 27-Jährige nie. Als Kind spielte er mit den Instrumenten seiner Eltern, „da habe ich einiges kaputt gemacht, aber nicht wirklich teure Sachen.“ Sein Vater hätte ihm zwar lieber die Klanghölzer in die Hand gedrückt, doch unbeobachtet, probierte Konrad Kuechenmeister auch andere Spielgeräte aus.

Seit den ersten Spontankonzerten am Brandenburger Tor ist Konrad Kuechenmeister inzwischen weit rumgekommen. Auf Einladung der deutschen Botschaft spielte er schon in Brasilien, zur Expo in China war er in Shanghai eingeladen, im Sommer folgen weitere Konzerte. Die Fête ist ihm ein willkommenes Heimspiel zwischen Asien und Lateinamerika.

Unterschiede zwischen dem deutschen, brasilianischen und einem Publikum in Shanghai sieht Kuechenmeister allemal: „In Deutschland wollen die Leute erst einmal verstehen, wie ich die Musik mache, erst dann fangen sie an zu tanzen, in Brasilien legen die schon beim Soundcheck richtig los“, sagt Konrad Kuechenmeister und lacht. In Shanghai zeigten die Zuhörer gar keine Regung, außer dass sie ihre Handykameras zückten und ihn filmten. Beim Mitsingen nach Aufforderung und Autogrammjagen seien die Asiaten allerdings eindeutige Spitzengruppe. „Ich war schon mal eine Stunde nach dem Konzert damit beschäftigt, für Erinnerungsfotos zu posieren und Grüße zu schreiben.“ Am Montag tritt Konrad Kuechenmeister um 21 Uhr bei der Wiedereröffnung der „Insel Berlin“ auf.

Die Fête de la Musique, ursprünglich 1982 in Frankreich, findet in Berlin zum 15. Mal statt. Dieses Jahr sind in der Stadt 81 Bühnen aufgebaut. Mehr Informationen im Internet unter: www.fetedelamusique.de.

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