Musik : Spanischer Komponist Ramón Barce gestorben

Der Neuerer: Ramón Barce ist einer der namhaftesten spanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Am Sonntag starb er im Alter von 80 Jahren in seiner Heimatstadt Madrid.

Ramón Barce, einer der namhaftesten spanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, ist tot. Der Schöpfer von mehr als 120 musikalischen Werken starb am Sonntag im Alter von 80 Jahren in seiner Heimatstadt Madrid. Barce, der zunächst spanische Literatur studiert und unterrichtet hatte, gilt als einer der wichtigste Vertreter der „Generation von 1951“, zu deren Protagonisten auch Cristóbal Halffter und Manuel Carra zählen. Nach dem Spanischen Bürgerkrieg und dem Zweiten Weltkrieg hatte sich Barce die Neubelebung des spanischen Musiklebens in Spanien zum Ziel gesetzt. Bei den Darmstädter Sommerkursen für Neue Musik besuchte er Veranstaltungen von Olivier Messiaen und György Ligeti. Er gründete die Ensembles „Nueva Música“ und – zusammen mit Juan Hidalgo und Walter Marchetti – „Zaj“. Ewar Chefredakteur der Musikzeitschrift „Sonda“, schrieb Musikkritiken für die Tageszeitung „Ya“ und war Musikredakteur des nationalen spanischen Rundfunks.

Zu den von Barce komponierten Werken gehören Symphonien und Stücke für Streichquartette und Kammerorchester sowie Klavier- und Orgelstücke. Barce trat daneben auch als Autor und Übersetzer hervor. Er übertrug Abhandlungen von Arnold Schönberg und Max Reger ebenso wie philosophische Texte von Martin Heidegger und Georg Lukács.

Er galt als ein Verfechter der „ernsten Musik“ und ein Gegner der Folklore. „Es war schwer, sich vom Einfluss der Folklore freizumachen“, sagte Barce einmal. „Das Publikum ging zeitweise mit uns hart ins Gericht. Dies ging so weit, dass man uns vorhielt, wir seien keine Spanier.“ Zu seinem 80. Geburtstag erschien bei der Sociedad General de Autores Y Editores eine Biografie. Auf dem deutschen Schallplattenmarkt liegen von ihm derzeit keine Aufnahmen vor. dpa/Tsp

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