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Kultur : Musikzimmer: Argentinische Avantgarde

Vor ein paar Jahren begann man in der Bildenden Kunst auch die Geschichte der konzeptualistischen Avantgarden der 60er Jahre neu zu schreiben. Statt nur auf ein paar Straßen New Yorks, ein paar Galerien in Köln und Paris zu gucken, erweiterte man seinen Gesichtskreis zum "Global Conceptualism" und entdeckte Lateinamerika, vor allem Argentinien. Dies setzte sich auf der letzten Documenta, bei der Wiener Show "Vivencias" und durch die Wiederentdeckung von David Lamelas fort. Ebenfalls bis in die späten 90er hat es gedauert, bis ein argentinischer Musiker bekannt wurde, der seit den 60ern an den Entwicklungen der lokalen Avantgarde betiligt war: Guillermo Gregorio. Dann erst brachte nämlich das Hat-Label kurz hintereinander zwei Platten von Gregorio auf den Markt ("Approximately" und "Elipsis"), denen auf sensationelle Weise etwas Seltenes gelang.

Hier hatte jemand freien Jazz entworfen, der nicht einmal ansatzweise seine Freiheit mit einer Unterwerfung unter einen expressiven Code erkauft hatte. Die Unangebundenheit von Gregorios Kompositionen schien sich weggeworfenen Verhaltensmustern eher noch als musikalischen Erfindungen zu verdanken. Nicht ganz klar war hingegen zunächst, warum Gregorio eines seiner Stücke - wohl nach dem Bauhaus-Meister - "Moholy" genannt hatte. Hat ist ein Schweizer Label, daher herrscht beeindruckende graphische Ordnung in seiner Veröffentlichungspolitik. Jazz hat einen Look (orange Schrift, s / w-Foto), E-Musik den anderen (Rot-Schwarz, keine Coverfotos). Um so überraschender, als Gregorios neue CD nun im Unterschied zu den beiden ersten nicht als Jazz-, sondern als Komponistenplatte erschienen war, rot-schwarz, unter dem Titel "Degrees of Iconicity". Musikalisch ist sie in jeder Hinsicht eine Fortsetzung von "Elipsis": auf "Moholy" folgt etwa "Moholy 2". Wieder begleiten den Komponisten und Klarinettisten Carrie Biolo und Michael Cameron und Allesspieler aus der transkategorialen Chicagoer Rock-Jazz-Kunstmusik-Szene.

"Degrees of Iconicity" ist nicht weniger jazzig als "Elipsis", nicht durchkomponierter, nicht "schwieriger". Wieder ist es also jemandem gelungen, Kategorien und ihre Verwalter zu verwirren. Gregorio reagiert auf die Verwirrung mit einer Selbsterklärung: Seine Musik sei mehr als durch seine musikalischen Vorbilder (Feldman, Tristano und Webern) durch Bildende Kunst beeinflußt, insbesondere russische und die um das Bauhaus versammelten Konstruktivisten. Daher auch "Moholy". Seine Musik lasse sich von grafischen Plänen leiten.

Vor kurzem tauchte dann eine CD-Veröffentlichung des Atavistic-Labels auf ("Otra Musica"), die Gregorios argentinische Vergangenheit während der 60er rekonstruiert: hier hat er zwischen einer Begeisterung für Jazz und Fluxus-Entsprechungen für Ensembles wie Musica Mís "unmögliche" Partituren erdacht - eine Musik die so leise wie möglich auf Plastik- und Spielzeuginstrumenten gespielt werden sollte, die aber keine Dämpfung zulassen; ein Stück für drei Tischler, die einen Tisch nach einer Partitur bauen sollten. Dass er so sehr Versuchsanordnungen liebte und naive Expressionismen ablehnte, sich auch Outsider-Jazzern wie Albert Ayler nahe fühlte, verstand in Argentinien kein Mensch. So zog es ihn irgendwann nach Wien, wo er mit Franz Koglmann arbeitete, einem Freund eines zerebralisierten Jazz, der seine ästhetischen Ideen leider immer wieder mit fragwürdigen kulturanthropolgischen Unterscheidungen zwischen "kalter" "weißer" und "wärmerer" "schwarzer" Musik zu unterfüttern sich nicht verkneifen konnte. Seit einiger Zeit ist Gregorio in Chicago, wo ihn die wohl weltoffenste musikalische Community aufgenommen hat. Unter Leitung von Art Lange nahm er 1999 an dem ehrgeizigen Projekt teil, eines der Schlüsselwerke der 60er-Avantgarde, das in einer eigenen graphischen Notation hinterlassene "Treatise" von Cornelius Cardew, zu rekonstruieren. Das Notationssystem ist in sich stimmig, aber es fehlt jeder Schlüssel dazu, was hier so genau bestimmt und notiert sei.

Grade damit hat eben auch Gregorio gewisse Erfahrungen gemacht: Wie die Bestimmung von Proportionen und Verhältnissen an sich musikalische Ergebnisse zeitige, ist genau der Inhalt seiner eigenen Musik. Dass ein solches Interesse an grafischen und architektonischen Systemen enorm "jazzig" sein kann, wäre auch nichts Neues. Ornette Coleman und Anthony Braxton reden seit 40 Jahren davon.

Nächsten Montag an dieser Stelle: das Lesezimmer von Rainer Moritz.

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