Kultur : „Muxmäuschenstill“: Politsatire gewinnt Max-Ophüls-Filmpreis

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Die Entscheidung fiel nicht ganz überraschend: Marcus Mittermeiers Politfarce „Muxmäuschenstill“ ist der große Gewinner des diesjährigen MaxOphüls-Filmfests, das am Sonntag in Saarbrücken zu Ende ging. Sie erhält nicht nur den mit 36000 Euro dotierten Ophüls-Filmpreis, sondern auch den Publikums- und einen Drehbuchpreis sowie den Preis der Schülerjury. Die bitterböse, beklemmende und gleichwohl unterhaltsame Komödie über einen selbst ernannten Weltverbesserer in Berlin (mit Drehbuchautor Jan Henrik Stahlberg in der Hauptrolle) war schon früh von den Festivalbesuchern favorisiert worden. Die Jury, der unter anderem der Regisseur Leander Haußmann und die Schauspielerin Barbara Rudnik angehörten, kürte außerdem Stipe Ergec aus Nadya Derados „Yugotrip“, einem Psychodrama über Kriegstraumata, zum besten Nachwuchsdarsteller. Den Darstellerinnenpreis erhielt Johanna Bantzer für ihre Rolle als Junkie in dem Schweizer Drogen-Thriller „Strähl“.

Auch der Förderpreis ging in die Schweiz, an Peter Luisis verspielte Film-imFilm-Komödie „Verflixt verliebt“. Ruth Maders strenge, österreichische Sozialstudie „Struggle“ erhielt ebenfalls einen Drehbuchpreis; als bester Kurzfilm wurde „Grauzone“ ausgezeichnet, Karl Bretschneiders 18-minütiges Drama rund um einen Autounfall.

Die 25. Ausgabe des wichtigsten Festivals für den deutschsprachigen Regienachwuchs zeichnete sich durch ungewöhnlich viele gesellschaftskritische, politisch brisante Filmstoffe aus. „Die jungen Filmemacher“, so Festivallleiter Boris Penth gegenüber dem Tagesspiegel, „reagieren auf die aktuelle Krise mit einem Mut, der einem Nachwuchsfestival gut ansteht.“ (Bericht folgt) chp

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