Nach dem Achenbach-Urteil : Die Sammlung „Rheingold“ wird zerschlagen

Der Prozessmarathon gegen den ehemaligen Kunstberater Helge Achenbach nimmt kein Ende. Nun soll die von ihm mitgegründete Kunstsammlung "Rheingold" zerschlagen werden.

Der ehemalige Kunstsammler Helge Achenbach. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
Der ehemalige Kunstsammler Helge Achenbach.Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Fast ein halbes Jahr nach der Verurteilung des prominenten Kunstberaters Helge Achenbach wird die mit seiner Beteiligung gegründete Kunstsammlung „Rheingold“ zerschlagen. Große Teile der Kollektion zeitgenössischer Kunst werden in die Sammlung von Achenbachs einstigen Partnern, den Unternehmer-Brüdern Viehof, integriert. Das teilte die Familie Viehof am Freitag in Mönchengladbach mit. Es handele sich dabei um 427 Arbeiten aus dem einstigen „Rheingold“-Bestand. Zusammen mit der 2008 von den Viehofs erworbenen wertvollen Sammlung Speck, die mehr als 200 bedeutende Werke der Kunst seit 1945 umfasst, ist die Kollektion nun unter dem Dach der „Sammlung Viehof GbR“ vereint.

Der Absturz des einstigen Strippenziehers der deutschen Kunstszene war rasant. Bei der WM in Brasilien hatte Achenbach noch die Unterkünfte von Jogi Löw und seiner Nationalelf mit Kunst bestückt. Am 10. Juni 2014 kam Achenbach in Untersuchungshaft in Essen. Wegen Millionenbetrugs unter anderem an seinem milliardenschweren Duzfreund Berthold Albrecht wurde er zu sechs Jahren Haft verurteilt. Auch die Familie des 2012 gestorbenen Aldi-Erben siegte in erster Instanz in einem Schadenersatzprozess. Sein Firmengeflecht aus Kunstberatung und Gastronomie ging während seiner Untersuchungshaft in die Insolvenz.

Während der Untersuchungshaft ging Achenbachs unübersichtliches Firmengeflecht aus Kunstberatung und Gastronomie in die Insolvenz. Beim Prozessmarathon gegen Achenbach ist allerdings kein Ende in Sicht: Die Berufungsverhandlung gegen das Schadenersatzurteil beginnt im November.

(dpa/tsp)

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