Kultur : Nach dem Terror: Günter Grass ruft Künstler zur Einmischung auf

Günter Grass hat die Künstler zur Einmischung und zu einem "permanenten und vernehmbaren Nachdenken" über die Terroranschläge vom 11. September aufgerufen. Es müsse Schluss sein mit der "Event-Gesellschaft" sowie einer "Verherrlichung und Ästhetisierung des Schreckens", sagte der Literaturnobelpreisträger bei der Herbst-Mitgliederversammlung der Berliner Akademie der Künste. Zum Thema Online Spezial: Kampf gegen Terror
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Fotos: Die Ereignisse seit dem 11. September in Bildern Viele Künstler hätten sich stets nur mit sich selbst beschäftigt und vieles in ihrer Umwelt nicht wahrgenommen. Grass erinnerte an den früheren Bundeskanzler Willy Brandt, dessen Berichte aus der Nord-Süd-Kommission von großem Weitblick gekennzeichnet gewesen seien. Künstler müssten sich jetzt politische Erfahrungen aneignen, Politiker bräuchten umgekehrt mehr Sensibilität. Während der Debatte warnte der Autor Peter Härtling vor einer neuen "Lust am Freiheitsabbau und dem Ruf nach raschen Verordnungen". Christoph Hein wiederum sorgt sich über eine mögliche Einschränkung der Freiheitsrechte des Wortes. Am Sonntag wird Grass erneut in der Akademie auftreten und um 11.30 Uhr mit Bundestagspräsident Wolfgang Thierse diskutieren.

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