Kultur : Nach Italien!

Zum 80. des Malers Carl-Heinz Kliemann

Heinz Ohff

Die ersten Bilder von Carl-Heinz Kliemann in der unmittelbaren Nachkriegszeit wurden oft als „still“ bezeichnet. Sein zentrales Thema waren Landschaften in Schönheit, stets in der für ihn typischen Herbheit. Die Wurzeln seines künstlerischen Schaffens lagen im Expressionismus der „Brücke“. Ihre Prägung haben sie jedoch durch seinen meisterhaften Umgang mit Farben erfahren, die etwas Neues in die Kunst der Nachkriegszeit einbrachten und bis heute eine Besonderheit sind. Waren es zunächst Berliner Landschaften – Straßen, Bäume, Ruinen – in Temperabildern, Holzschnitten und Radierungen, so kamen bald italienische hinzu. Durch seine zahlreichen Aufenthalte in Italien war ihm das Land zur zweiten Heimat geworden.

Carl-Heinz Kliemann, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, wuchs in Lichterfelde auf. Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft 1945 begann er sein Studium an der neu gegründeten Hochschule für Bildende Künste in Berlin, zuerst bei Max Kaus, später bei Karl Schmidt-Rottluff. Berlin ist Kliemann immer treu geblieben, auch als er Mitte der Sechzigerjahre einen Lehrauftrag in Karlsruhe annahm, dort über zehn Jahre residierte, bis er nach einer Zeit in München wieder in seine Heimat zurückkehrte. Im August feiert Berlin ihn mit einer Retrospektive im Ephraim-Palais.

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