NACHLESE Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Berlin : Showdown am Wörthersee

Marita Mirkus
Foto: dpa

36 Mal hat man unter den Scheinwerfern des ORF-Landesstudios im kärntnerischen Klagenfurt schon einen Sieger des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs gekürt – oder dieses Jahr eben eine Siegerin. Mit der in Frankfurt am Main lebenden Russin Olga Martynova (Foto) wurde Anfang Juli eine Erzählerin, Dichterin und Kritikerin ausgezeichnet, die sprachliche Transparenz und motivische Vielschichtigkeit in ihrer Künstlererzählung „Ich werde sagen: Hi“ wie kein anderer Teilnehmer der Tage der deutschsprachigen Literatur verband.

Der Wettbewerb ist auch deshalb so beliebt, weil er in einem attraktiven Ambiente stattfindet. Nebenan gleißt der Wörthersee im Sommerlicht, an seinen Ufern tafelt man in den Pausen im Restaurant „Maria Loretto“ – und trifft dort Lektoren, Autoren und Journalisten in entspannter Atmosphäre. Und auch wer nur die Fernsehübertragungen oder deren Dokumentation im Netz (www.bachmannpreis.eu) kennt, weiß, dass die Jury mit Verve und Eloquenz über jeden einzelnen Text streitet und vorführt, was Literaturkritik live ist. In der Literaturwerkstatt findet nun eine Nachlese zum diesjährigen Bachmann-Wettbewerb statt, bei dem neben Martynova die Freiburger Malerin und Autorin Lisa Kränzler liest, die für ihren Kindheits-SM- Text „Willste abhauen“ mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet wurde. Die in Berlin lebende Schriftstellerin Inger-Maria Mahlke, die mit dem Ernst-Willner-Preis ausgezeichnet wurde, tritt auf. Und in Gestalt von Yulia Marfutova und Ellen Wesemüller lesen obendrein zwei Autorinnen, die Stipendiatinnen des begleitenden Literaturkurses waren. Es moderiert Gregor Dotzauer, der Literaturredakteur des Tagesspiegels. Marita Mirkus

Literaturwerkstatt Berlin, Do 20.9., 20 Uhr, 5/3 €

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