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Er war Werner Herzogs

Kaspar Hauser: Bruno S. ist tot

Eigentlich hieß er Bruno Schleinstein, aber er nannte sich Bruno S. oder auch nur „der Bruno“ – ein Nichtschauspieler, der es zu zwei legendären Spielfilmhauptrollen brachte. Werner Herzog entdeckte ihn als Kaspar Hauser für seinen späteren Cannes-Siegerfilm „Jeder für sich und Gott gegen alle“ (1974) und gab ihm die Rolle des Bruno Stroszek in „Stroszek“ (1977). Fast hätte er ihn 1979 noch als Woyzeck besetzt – wenn da nicht Klaus Kinski gewesen wäre.

Geboren in Berlin-Friedrichshain, lebte der von seiner Mutter früh weggegebene Bruno Schleinstein 23 Jahre lang in Heimen und psychiatrischen Kliniken, die man damals Nervenheilanstalten nannte. Nach seiner Entlassung arbeitete Bruno S., der autistische Züge hatte, in Berliner Fabriken. Später – auch nach seiner Zeit als Herzog-Schauspieler – widmete er sich der Malerei und dem Akkordeonspiel und zog als Straßenmusiker durch Berliner Hinterhöfe. Am Mittwochmorgen wurde er tot in seiner Berliner Wohnung aufgefunden. Bruno S. starb an Herzversagen, er wurde 78 Jahre alt. (Nachruf folgt) Tsp

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