NACHRICHT : NACHRICHT

Sensationsfund: Manuskript

von Erwin Panofsky aufgetaucht

Der Kunstwissenschaftler Stephan Klingen vom Münchner Zentralinstitut für Kunstgeschichte hat im Keller des Institutes die verschollen geglaubte Habilitationsschrift des berühmten jüdischen Kunsthistorikers Erwin Panofsky (1892 - 1968) entdeckt. Der Text, mit dem Panofsky die Lehrbefähigung als Professor erlangte, lag in einem Panzerschrank der NSDAP. Laut Klingen gehört die 334 Seiten umfassende Arbeit mit dem Titel „Die Gestaltungsprinzipien Michelangelos, besonders in ihrem Verhältnis zu denen Raffaels“ zu den großen Mythen der Kunstwissenschaft. Gesehen hatte sie bislang kaum jemand – geschweige denn gelesen. Für den Panzerschrank, in dem früher NSDAP–Mitgliedskarteien aufbewahrt wurden, gab es keinen Schlüssel, er musste aufgebrochen werden. Wie Panofskys in Hamburg eingereichte Arbeit in den Schrank gelangte, stellt die Wissenschaftler vor ein Rätsel. dpa

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