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Die Dresdner Sinfoniker wollen

im Westjordanland auftreten



Die Dresdner Sinfoniker wollen 2013 in den Palästinensergebieten die „Symphony for Palestine“ des iranischen Komponisten Kayhan Kalhor aufführen. Eigentlich sollte das Werk schon 2010 zur Wiedereröffnung des Kinos in Dschenin im Westjordanland erklingen. Hier erschossen israelische Soldaten 2005 den elfjährigen Ahmed Chatib, weil sie seine Wasserpistole für eine scharfe Waffe hielten. Ahmeds Vater Ismail und seine Frau spendeten die Organe ihres Sohnes für fünf israelische Kinder. Zur Eröffnung des Kinos konnte das Orchester nicht auftreten, weil der Chef des Dscheniner Freedom Theatre, Juliano Mer-Chamis, kurz zuvor ermordet worden war. Intendant Markus Rindt möchte zehn Plätze an den Pulten für Einheimische freihalten, wenn die Sinfoniker Ende Mai nächsten Jahres ins Westjordanland, nach Nazareth und in den Ostteil Jerusalems aufbrechen – in der Hoffnung, dass das Projekt, für das die Kulturstiftung des Bundes 190 000 Euro bereitstellt, trotz des eskalierenden Konflikts durchgeführt werden kann. „Gewalt provoziert Gegengewalt“, so Rindt. „Ich wünsche mir, dass auch die Radikalen unter den Palästinensern dies endlich begreifen und der Teufelskreis durchbrochen wird.“ dpa/Tsp

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