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Ausnahmepianistin

Dinorah Varsi gestorben

Die aus Uruguay stammende Pianistin Dinorah Varsi ist tot. Wie spanischsprachige Medien und die Musikhochschule Karlsruhe melden, starb sie bereits am 18. Juni nach schwerer Krankheit. Varsi, 1939 in Montevideo geboren, machte als Chopin-Interpretin in den späten 60er und 70er Jahren Furore, nachdem sie 1967 den Clara-Haskil-Wettbewerb gewonnen hatte. Berühmt war sie auch als große Abwesende: Sie trat selten auf, zog sich seit den 80er Jahren immer wieder für längere Zeit aus dem Konzertleben zurück, um an ihrem Klang zu arbeiten oder weil sie des Klassikbetriebs überdrüssig war, wie sie sagte. In Berlin konzertierte sie zuletzt 2005. „Mit lakonischem, fast sprödem Ton stellt sie Chopins 24 Preludes in den Kammermusiksaal wie Bäume, von denen alles Laub abgefallen ist. Von aller Zurschaustellung virtuoser Außenreize hat sich die weltweit gefeierte Chopin-Pianistin längst getrennt, statt auf der Oberfläche blank polierter Melodien entlang zu gleiten, greift sie sich lieber versteckte Details heraus“, hieß es im Tagesspiegel. Varsi galt als Wunderkind, begann mit drei Jahren zu spielen, trat mit sechs das erste Mal auf, der Schweizer Géza Anda wurde ihr wichtigster Lehrer. In den 90er Jahren wirkte sie als Gastdozentin in der Karlsruher Musikhochschule, sie lebte lange in Berlin und Davos. Tsp

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