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Gezi-Park: Berliner Architekten unterstützen türkische Kollegen

Die Berliner Architektenkammer hat sich in einem offenen Brief an Eyup Mucu, den Präsidenten der türkischen Architektenund Ingenieurskammer, mit den Forderungen der türkischen Kollegen solidarisch erklärt. Letztere hatte gegen die Bebauungspläne für den traditionsreichen Gezi-Park in Istanbul Einspruch erhoben, um den es kürzlich zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam. Gleichzeitig erließ die Regierung im Parlament ein neues Gesetz, das die Rechte der Architektenkammer deutlich beschneidet.

„Städtebau und Architektur sind untrennbar in politische Prozesse eingebunden. Freiflächen in Ballungsräumen, die bebaut werden sollen, stellen häufig Brennpunkte der Auseinandersetzung um Lebensqualität und öffentliches Leben in einer Stadt dar“, heißt es in dem Schreiben. Auch in Berlin werde zunehmend kritisch über Stadtplanung diskutiert, man probiere Beteiligungsformen aus. Zwar sei die Situation in Istanbul nicht vergleichbar, aber „der Mut und die Integrität“ der Kollegen, sich in den Gezi-Park-Konflikt einzumischen, zeige, dass „wir uns auch in angespannten Situationen nicht aus der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung stehlen können“. Man wisse um die Verdienste der Türkei in Zeiten des Faschismus, in der auch deutsche Architekten dort Zuflucht fanden. Deshalb sei es nun eine moralische Verpflichtung, den türkischen Kollegen beizustehen. Tsp

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