Kultur : NACHRICHT

Schädel in Weimarer Gruft

gehört nicht Friedrich Schiller



Im Sarg des Dichters Friedrich Schiller (1759-1805) in der Weimarer Fürstengruft liegt offenbar ein fremder Schädel. Die DNA vom Schädel aus dem Sarkophag stimme weder mit der weiblichen noch der männlichen Linie der Schiller-Familie überein, teilte das MDR-Landesfunkhaus Thüringen am Samstag in Erfurt mit. In der Weimarer Fürstengruft lagen bislang zwei Schädel, die dem Dichter zugeschrieben wurden: der Schädel im Sarkophag von 1826, zum anderen der sogenannte Froriep-Schädel von 1911. Unter Experten war bisher umstritten, welcher Schädel wirklich zu Schiller gehörte. Der Schädel im Sarkophag war aufgrund seiner großen Ähnlichkeit mit Totenmaske und Porträts des Dichters 180 Jahre lang für echt gehalten worden, hieß es. Seit 2006 hatte ein interdisziplinäres Wissenschaftlerteam, das vom MDR in Zusammenarbeit mit der Klassikstiftung Weimar initiiert wurde, zur Herkunft des Schädels geforscht. Schiller war nach seinem Tod zunächst in einer Sammelgruft bestattet worden. Als seine Gebeine später in die Fürstengruft umgebettet werden sollten, gab es Schwierigkeiten, diese dem Dichter eindeutig zuzuordnen. ddp

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