Kultur : NACHRICHT

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„Gaskammer“-Aktion

In jüdischem Bethaus

Eine Synagoge bei Köln ist am Sonntag bei einer Kunstaktion zur „Gaskammer“ geworden. Der spanische Künstler Santiago Sierra leitete die hochgiftigen Abgase aus den Auspuffrohren von sechs Autos in das frühere jüdische Bethaus von Pulheim-Stommeln. Mit seiner Arbeit wolle er „gegen die Banalisierung der Erinnerung an den Holocaust“ angehen, erklärte der 39-Jährige sein Projektes „245 Kubikmeter“. Besucher können mit einer Atemschutzmaske und in Begleitung eines Feuerwehrmannes einzeln und für wenige Minuten den Synagogenraum mit seiner lebensgefährlichen Konzentration an Kohlenmonoxid betreten. Der Zentralrat der Juden in Deutschland kritisierte Serra scharf. Das Einleiten von Auspuffgasen in den ehemaligen jüdischen Betraum sei „eine Beleidigung der Opfer“, sagte Generalsekretär Stephan J. Kramer. Die „niveaulose“ Aktion „geht über die Grenzen dessen, was angemessen ist, weit hinaus“. Er frage sich, warum die Opfer und nicht die Täter provoziert würden.dpa

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