Kultur : NACHRICHT

-

Alavi verliert

Prozess um Mauerbild

Der iranische Künstler Kani Alavi hat den Rechtsstreit um sein Mauerbild, das der frühere Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse verschenkt hatte, verloren. Der Bundesgerichtshof wies am Donnerstag eine Schadenersatzklage des in Berlin lebenden Künstlers über 170 000 Euro zurück. Thierse hatte 2001 ein von Alavi bemaltes Stück der Berliner Mauer an die Vereinten Nationen in New York verschenkt. Nach Ansicht Alavis hat der Politiker dadurch das Urheberrecht verletzt. Alavi hatte 1995 unter dem Titel „Ost-West- Dialog“ unsigniert drei Segmente der Mauer am Leipziger Platz bemalt. „Der Kläger hat sein Werk auf den Mauerteilen als so genannte aufgedrängte Kunst angebracht und nicht signiert“, begründete der BGH seine Entscheidung und bestätigte damit die Urteile der Berliner Vorinstanzen. Die Betonstücke gehörten damals dem Land Berlin, das der Mauerkunst allerdings nicht zugestimmt hatte. Vor sechs Jahren schenkte das Land bei einem Festakt die Mauerteile dem Deutschen Bundestag, dessen damaliger Präsident Thierse sie schließlich symbolisch als Staatsgeschenk der UNO übergab. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben