Kultur : NACHRICHT

Fassbinder-Mitarbeiter fordern Juliane Lorenz zum Rücktritt auf

25 frühere Weggefährten und Mitarbeiter von Rainer Werner Fassbinder haben Juliane Lorenz aufgefordert, von ihrem Amt als alleinige Geschäftsführerin der Fassbinder Foundation zurückzutreten. Die Erklärung ist u.a. von den Regisseuren Werner Schroeter und Walter Bockmayer, den Schauspielern Peter Kern, Günther Kaufmann, Udo Kier, Ursula Strätz, Isolde Barth und Uli Lommel, den Produzenten Michael Fengler, Peter Berling und Molly von Fürstenberg unterschrieben sowie von Frank Fellermeier, dem Rechtsnachfolger des FassbinderKomponisten Peer Raben. Zu den Unterzeichnerinnen zählt auch die Schauspielerin Ingrid Caven, die in einem „Zeit“-Interview Juliane Lorenz als „moralisch ungeeignet“ bezeichnet hatte, Fassbinders Erbe zu verwalten. In der gemeinsamen Erklärung heißt es, erst jetzt trete „in vollem Umfang zutage, mit welch zweifelhaften Methoden sich Juliane Lorenz den Alleinvertretungsanspruch auf das Gesamterbe gesichert“ und wie sie „ihr missliebige engste Mitarbeiter Fassbinders systematisch von allen Aktivitäten ausgeschlossen“ habe. Kritisiert wird auch, dass der Fassbinder-Stiftung nach deutschem Recht ein Stiftungsrat fehle. Die Unterzeichner protestieren außerdem gegen die neu veröffentlichte DVD von Fassbinders „Berlin Alexanderplatz – Remastered“. Lorenz habe den Film „aus Gründen der besseren Verkäuflichkeit mehr als deutlich aufgehellt“: eine „Verfälschung von Fassbinders Hauptwerk“. Lorenz wird aufgefordert, das Gesamtwerk Fassbinders „zum Beispiel der Stiftung Deutsche Kinemathek“ in Berlin zu übergeben. Am 10. Juni jährt sich der Todestag von Rainer Werner Fassbinder, dem wichtigsten deutschen Regisseur der Nachkriegszeit, zum 25. Mal. Tsp

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