Kultur : NACHRICHT

Grass attackiert polnische „Blockadepolitik“ im EU-Streit

Günter Grass hat der polnischen Staatsführung im Streit über die EU-Verfassung eine „Blockadepolitik“ und das Aufwärmen historischer Ressentiments vorgeworfen. Der Schriftsteller attackierte am Montag in Lübeck bei einer Diskussion mit deutschen und polnischen Jugendlichen Staatspräsident Lech Kaczynski und Ministerpräsident Jaroslaw Kaczynski. Diese „merkwürdigen Zwillinge“ nähmen die Kooperation mit rechtsradikalen Parteien mit antisemitischen Tendenzen in Kauf. „Ich hoffe, dass die Zeit der Zwillinge bald vorbei ist“, sagte Grass. Der Nobelpreisträger mahnte außerdem EUweite Mindestlöhne und Sozialstandards an. Unterschiedlich hohe Löhne in den einzelnen Staaten könnten latente Fremdenfeindlichkeit schüren. Über den G-8Gipfel in Heiligendamm meinte Grass rückblickend: „Außer Spesen nichts gewesen.“ Das einzig Positive sei die Erkenntnis, dass eine junge Generation sich durch die Themen Globalisierung und Klimaerwärmung für politische Zusammenhänge zu interessieren beginne. dpa

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