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Grabräuber profitierten von Revolution in Ägypten

Grabräuber haben während der Revolution in Ägypten laut dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) rund 1300 antike Gegenstände aus Ausgrabungsstätten des Landes gestohlen. Als die Sicherheitskräfte im Februar verschwanden, sei das Problem akut geworden, sagte der Leiter des DAI-Büros in Kairo, Stephan Seidlmayer. Nach Ansicht von Seidlmayer sind die Verluste für die Wissenschaft höher, als der Gewinn für die Diebe. Der Ägyptologe vermutet, dass Anwohner aus den umliegenden Dörfern nach wertvollen Gegenständen in den Ausgrabungsstätten gesucht haben. Ein Vorgehen gegen die Grabräuber lehnte Seidlmayer ab: „Wir sind Gäste. Speziell in einem Land mit Kolonialvergangenheit tut man gut daran, sich zurückzuhalten.“ An vielen Orten wurden laut Seidlmayer auch Magazine von Museen aufgebrochen. Dies liege an einer „naiven und brutalen Neugierde“ der Bevölkerung, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Das jahrzehntelange Zugangsverbot zu den archäologischen Fundstücken habe diese Reaktion hervorgerufen. KNA

4000 Besucher bei Picasso

in Ramallah

Rund 4000 Besucher haben Pablo Picassos Gemälde „Buste de Femme“ in den letzten vier Wochen in der palästinensischen Kunstakademie in Ramallah besichtigt. Laut Fatima Abdulkarim, Kuratorin der Akademie, kamen damit mehr Kunstinteressierte als erwartet, um den „ersten Picasso in Palästina“ zu sehen. Noch nie sei ein so bedeutendes und wertvolles Kunstwerk in den palästinensischen Autonomiegebieten gezeigt worden. epd

Uwe-Johnson-Förderpreis

für Judith Zander

Die Anklamer Autorin Judith Zander erhält für ihren Debütroman „Dinge, die wir heute sagten“ den Uwe-Johnson-Förderpreis 2011 der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft. Die Auszeichnung wird am 23. September in Neubrandenburg verliehen. Das Buch beschreibt eine Dorfgemeinschaft in Vorpommern. Der Preis ist mit 2500 Euro dotiert und wird im jährlichen Wechsel mit dem Uwe-Johnson-Preis vergeben, den zuletzt Christa Wolf erhalten hat. dpa

Bewerbung für

Berlinale Talent Campus läuft

Nachwuchs-Filmemacher können sich bis zum 5. Oktober für den Talent Campus der 62. Berlinale bewerben. Die Festival-Reihe wendet sich an Regisseure, Schauspieler, Kameraleute, Drehbuchautoren und Filmkomponisten. Vom 11. bis 16. Februar 2012 gibt es Workshops, Filmvorführungen und Diskussionen mit Kinoprofis. Das Thema lautet „Changing Perspectives“. 350 junge Filmschaffende aus aller Welt können teilnehmen. Alle Informationen zur Bewerbung unter: www.berlinale-talentcampus.de dpa

Erste Strophe des Deutschlandlieds in Originalhandschrift entdeckt

In einem über 160 Jahre alten Klassenbuch im schleswig-holsteinischen Meldorf ist die erste Strophe des Deutschlandlieds in der Originalhandschrift Heinrich Hoffmann von Fallerslebens entdeckt worden. Eine Tagebuchaufzeichnung des Dichters führte zu dem Fund. Ein Soziologe war der Spur gefolgt und entdeckte das Buch in einem Panzerschrank. Darin habe sich der Dichter bei einem Besuch im Jahr 1845 mit der ersten Strophe („Deutschland, Deutschland über alles“ – sie wird heute nicht mehr gesungen) der späteren Nationalhymne eingetragen. Das „Lied der Deutschen“ hatte er vier Jahre zuvor auf Helgoland verfasst. Das Original befindet sich in Krakau. dapd

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