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Geplantes Theaterstück über Breivik

sorgt in Norwegen für Empörung

Pläne für ein Theaterstück über die Motive des Massenmörders Anders Behring Breivik stoßen auf heftige Proteste in Norwegen.Wie der Dramatiker Christian Lollike in der dänischen Zeitung „Politiken“ ankündigte, soll im Sommer ein Monolog mit Passagen aus Breiviks 1500-seitigem „Manifest“ im kleinen Kopenhagener Caféteatret uraufgeführt werden. Den Text hatte der 32-jährige Rechtsradikale per Mail verbreitet, kurz bevor er am 22. Juli 2011 in Oslo und auf der Insel Utøya 77 Menschen tötete. Der Sprecher der norwegischen Hinterbliebenengruppe bezeichnete das Projekt als „unfassbar anstößig“, ein Vater, dessen Sohn ermordet wurde, sagte, ihm fehlten die Worte, wenn „Schauspieler das aufführen sollen, während Breivik noch vor Gericht steht.“ Lellike verteidigte sein Projekt: Man müsse „in die Gedankenwelt Breiviks eindringen, um einer Wiederholung der Tragödie vorzubeugen“. Breivik soll ab dem 16. April in Oslo vor Gericht stehen. dpa

Bluespionier Johnny Otis

mit 90 Jahren gestorben

Der US-Musiker Johnny Otis ist tot. Er starb in Los Angeles im Alter von 90 Jahren. Mit seiner Band Johnny Otis Show landete er in den sechziger Jahren Hits wie „Ma, He’s Making Eyes At Me“ und „Willie and the Hand Jive“ - ein Klassiker, der 1974 von Eric Clapton neu eingespielt wurde. Otis war auch Talentsucher: Er entdeckte Etta James, Little Richard und Hank Ballard. Geboren als John Veliotes wuchs Otis als Sohn griechischer Immigranten in einer vorwiegend afroamerikanischen Nachbarschaft in der Nähe San Franciscos auf. Er übernahm die schwarze Kultur, änderte seinen Namen und erklärte 1979 in einem Interview mit der „LA Times“, dass er lieber Afroamerikaner wäre. „In der schwarzen Kultur liegt eine wundervolle Reichhaltigkeit, die ich bevorzuge“, sagte er. 1994 wurde Johnny Otis in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. dpa

Wegbereiter: Curt Meyer-Clason mit 101 Jahren gestorben

Curt Meyer-Clason, einer der profiliertesten Übersetzer aus dem lateinamerikanischen Spanisch und dem Portugiesischen, ist am Samstag mit 101 Jahren in München gestorben. Zu den Autoren, die er übertrug, gehörten Gabriel García Márquez, Jorge Amado, Joao Guimaraes Rosa, Mario de Andrade, Fernando Namora und Juan Carlos Onetti. Der gebürtige Ludwigsburger war 1936 nach Brasilien emigriert, wo er zunächst als Kaufmann arbeitete. 1942 wurde er wegen Spionage für Nazi-Deutschland verurteilt und zwei Jahre auf der Insel Ilha Grande vor der Küste Rio de Janeiros interniert. Dort entdeckte er seine Liebe zur Literatur. Von 1969 bis 1975 war er Direktor des Goethe-Instituts in Lissabon. Über diese Zeit, in der er von Günter Grass über Heinrich Böll bis zu Thomas Bernhard viele große Schriftsteller einlud, berichtet er in seinen „Portugiesischen Tagebüchern“ (A1 Verlag). Meyer-Clason, der auch Anthologien und den Erzählungsband „Der Unbekannte“ veröffentlichte, trug entscheidend dazu bei, für portugiesische Schriftsteller wie Saramago oder Antonio Lobo Antunes deutsche Verlage zu finden. Tsp

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