NACHRICHTEN : NACHRICHTEN

Preise an Kershaw und Snyder

zur Eröffnung der Buchmesse

Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ist am Mittwochabend zur Eröffnung der Buchmesse zu gleichen Teilen an den britischen Historiker Ian Kershaw und seinen US-amerikanischen Kollegen Timothy Snyder verliehen worden. Beide Autoren befassen sich in ihren jüngsten Studien ausgehend von unterschiedlichen Fragen mit dem Zweiten Weltkrieg, so dass die Werke des 1943 geborenen Kershaw und des 1969 geborenen Snyder einander ideal ergänzen. Kershaws „Das Ende“ und Snyders „Bloodlands“ ermöglichen ein tieferes Verständnis für die Schreckensgeschichte Europas. Die Laudatio bei der Preisverleihung im Leipziger Gewandhaus hielt der deutsche Historiker Karl Schlögel. Er wolle, so Schlögel, Historiker würdigen, „deren Werk vom Absturz einer ganzen Zivilisation, vom Amoklauf eines Regimes, von millionenfachem vorsätzlichem Mord handelt“. (Bericht folgt) Tsp

Suhrkamp-Gesellschafter Barlach

will Verlag ganz kaufen

Der Hamburger Medienunternehmer Hans Barlach möchte den Suhrkamp Verlag komplett übernehmen, wie er in der aktuellen Ausgabe der „Zeit“ sagt. Mit seiner Medienholding Winterthur ist Barlach mit 39 Prozent Minderheitsgesellschafter. Er habe am 7. März das Angebot unterbreitet, die 61 Prozent der Familienstiftung zu kaufen, „weil wir daran glauben, dass wir diesen Verlag besser führen könnten.“ Die Höhe des Angebots wollte er nicht näher beziffern. Die Mehrheitsgesellschafter lehnen den Vorschlag jedoch ab. Hintergrund ist der Streit zwischen Barlach und der Geschäftsführerin Ulla Unseld-Berkéwicz, die auch Unseld-Familienstiftung vorsteht. Der Medienunternehmer wirft der Witwe von Verlagsgründer Siegfried Unseld Missmanagement und die Vermischung von geschäftlichen und privaten Interessen vor. Er will gerichtlich die Absetzung Ulla Unseld-Berkéwicz’ durchsetzen. Am 9. Mai soll das Urteil gesprochen werden. dpa

Börsenverein: Nicht am

Urheberrecht rütteln

In der Diskussion um den freien Zugang zu Informationen warnt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels davor, am Urheberrecht zu rütteln. Der freie Fluss von Informationen in der multimedialen Welt und der Schutz des Urheberrechts seien zwei sich ergänzende Anforderungen, sagte Vorsteher Gottfried Honnefelder. „Wir haben in unserer aufgeklärten Kulturnation eine demokratische Sicherheit, dass man an alle Infos herankommt. Das heißt nicht, dass es sie umsonst gibt“, betonte er. „Wenn diese Freiheit geschützt wird, dann durch das Urheberrecht.“ Er wolle nicht, „dass Leute aus der Industrie oder aus der Wirtschaft entscheiden, was gewusst wird und was nicht“. dpa

Christina Viragh erhält

Europäischen Übersetzerpreis

Die ungarisch-schweizerische Übersetzerin und Schriftstellerin Christina Viragh erhält den mit 15 000 Euro dotierten Europäischen Übersetzerpreis. Die 59-Jährige hat unter anderem Werke von Péter Nádas und Imre Kertész ins Deutsche übertragen. Die Preisverleihung findet am 13. Mai im badischen Offenburg statt. dpa

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