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Nobelpreisträger Mo Yan verteidigt indirekt Zensur in China



Kurz vor der Entgegennahme des Literaturnobelpreises hat der chinesische Schriftsteller Mo Yan auf einer Pressekonferenz in Stockholm die Zensur in seiner Heimat indirekt verteidigt. „Es gibt Zensur in jedem Land der Welt. Unterschiedlich ist nur der Grad“, sagte der 57-Jährige. Verleumdungen, Verunglimpfungen, Gerüchte und Beleidigungen müsse man schon zensieren, da reiche doch ein Blick ins Internet. Mo Yan wurde ungehalten, als man ihn mehrfach um eine Stellungnahme zur fortdauernden Inhaftierung des chinesischen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo bat. „Ich habe mich dazu im Oktober geäußert“, sagte er, „das muss reichen“. Eine Petition von 134 Nobelpreisträgern zugunsten der Freilassung Xiaobos will er nicht unterzeichnen. Zur Begründung sagte er: „Wenn mich jemand zwingen will, meine Überzeugung zum Ausdruck zu bringen, dann tue ich das nicht.“ Die Nobelpreise sind in diesem Jahr mit jeweils 925 000 Euro dotiert und werden am Montag in Stockholm und Oslo überreicht. dpa

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