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Russische Polizei beschlagnahmt politische Kunst in St. Petersburg



Bei einer Razzia im Museum der Macht am Newski Prospekt in St. Petersburg hat die russische Polizei vier Politikerporträts wegen Anstößigkeit beschlagnahmt. Die jüngst eröffnete Ausstellung „Herrscher“ des Künstlers Konstantin Altunin wurde daraufhin geschlossen. Auf einem Bild war ein halb nackter Wladimir Putin mit Ministerpräsident Dmitri Medwedew in Frauenunterwäsche zu sehen. Ein anderes Bild zeigt den Stadtpolitiker Anatoli Milonow, der als Kämpfer gegen Homosexualität bekannt ist, vor einer Regenbogenfahne. Altunin sagte dem Magazin „The New Times“, dass er das Land verlasse: „Ich fliege nach Kopenhagen, weil ich die Bedrohung für ernst halte.“ St. Petersburg ist vom 5. bis 6. September Gastgeber des G-20-Gipfels. Die Ausstellung „Herrscher“ war als künstlerischer Beitrag zum Besuch der Staats- chefs aus aller Welt gedacht. dpa

„Zwei Leben“ geht ins Oscar-Rennen, „Oh Boy“ nicht

Der Film „Zwei Leben“ von Regisseur Georg Maas geht für Deutschland in den Oscar-Wettbewerb. Das hat eine Fachjury am Dienstag in München entschieden. Der Film erzählt die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte einer Deutschen, die in Norwegen lebt, nach dem Fall der Mauer aber von ihrer Stasi-Vergangenheit eingeholt wird. Die preisgekrönte Tragikomödie „Oh Boy“ von Jan Ole Gerster ging leer aus. „Der Film ,Zwei Leben’ überzeugt durch die Beleuchtung eines weitgehend unbekannten Strangs der deutschen Geschichte: der norwegischen Lebensborn-Kinder“, so die Jury. Ob der deutsche Beitrag auch zu den fünf Oscar-Nominierten in der Kategorie „Bester nicht englischsprachiger abendfüllender Kinofilm“ gehört, soll am 16. Januar 2014 feststehen; die große Oscar-Gala ist am 2. März statt. dpa

Berliner Kunstraum für türkische Kunst schließt nach fünf Jahren

Nach fünf Jahren verabschiedet sich der Berliner Projektraum Tanas aus der Heidestraße. Im November endet mit der Ausstellung „The Unanswered Question, Iskele 2“ nicht bloß die Partnerschaft zwischen der Edition Block und der Vehbi-Koc-Stiftung aus Istanbul, die den freien Projektraum finanziell getragen hat. Auch die zeitgenössische türkische Kunst verliert ihre wichtigste Plattform in der Stadt. Für das Quartier hinter dem Hamburger Bahnhof setzt sich damit die Abwanderung fort: Nacheinander schlossen Galerien wie Haunch of Venison, andere wie Hamish Morrison, Fruehsorge oder Nolan Judin zogen weg. Auf die Suche macht sich ab sofort auch die Galerie Wendt+Friedmann. Damit haben nahezu alle privaten Kunsthändler und -vermittler das einst vielversprechenden Areal rund um das Museum für Gegenwartskunst verlassen. cmx

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