Kultur : Nachrichten

In kultivierten Geschäftskreisen ist es durchaus üblich, sich am Tag nach einer viel versprechenden Begegnung mit einem kurzen Brief oder einer Mail zu melden und sich für das nette Gespräch zu bedanken. War der gute Eindruck beiderseitig, wird der Adressat eine solche Mail gern zum Anlass nehmen, seinerseits Vorschläge für ein Treffen zu machen. Das setzt allerdings voraus, dass man Visitenkarten ausgetauscht hat, was bei einer privaten Begegnung im Rahmen eines Konzerts eher unwahrscheinlich erscheint.

Vielleicht würde die Klassenkameradin auch Anstoß nehmen, wenn Sie mit ihren Freunden einfach so Kontakt aufnehmen, ohne sie einzuweihen. Am besten wäre also ein Anruf bei der Frau, die Sie miteinander bekannt gemacht hat. Da können Sie sich erst einmal ausgiebig für die nette Begegnung bedanken und erwähnen, wie gut es Ihnen und Ihrem Mann gefallen hat, endlich mal wieder neue Leute mit den gleichen Interessen kennenzulernen. Und schließlich können Sie nach einer Mailadresse fragen.

Haben Sie den Eindruck, dass es der früheren Schulkameradin gar nicht recht wäre, wenn Sie das tun, verzichten Sie. Rückt sie die Adresse aber ohne Weiteres heraus, können Sie mit bestem Gewissen schreiben, wie beschwingt Sie dieser Abend hinterlassen hat und dass Sie sich über ein gelegentliches Wiedersehen freuen würden. Bekommen Sie eine positive Resonanz, könnten Sie doch sowohl die ehemalige Schulkameradin als auch die neuen Bekannten mal zu einem Drink zu sich nach Hause einladen. Das wäre eine nette Geste, aus der rasch mehr werden könnte.

Bitte schicken Sie Ihre Fragen mit der Post (Der Tagesspiegel, „Immer wieder sonntags“, 10876 Berlin) oder mailen Sie an meinefrage@tagesspiegel.de.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben