Kultur : Nachrichten

Es muss ja nicht immer „Schwanensee“ sein! Wenn das Bolschoi Ballett nach mehr als 20 Jahren wieder in Berlin auftritt, dann hat es auch eine Rarität im Gepäck: Der helle Bach basiert auf der fantastischen Musik Schostakowitschs. Nachdem der Komponist in Ungnade fiel, war die 1935 uraufgeführte Ballettkomödie lange vom Spielplan verschwunden. Alexej Ratmansky hat die Ballettkomödie 2003 reanimiert und dem 100. Geburtstag des großen Komponisten gewidmet. Seine Inszenierung ist eine Wiedergutmachung, zugleich aber ein herrlicher Bühnenspaß. Künstler aus der Hauptstadt treffen wegen des bevorstehenden Erntefestes in der Kolchose „Heller Bach“ ein – und verdrehen den Aktivisten gehörig den Kopf. Die amourösen Verwicklungen in der Kolchose schildert Ratmansky mit einem Augenzwinkern. Am Ende erkennen die liebestrunkenden Landeier, dass sie nur Schimären nachjagten.

Ratmanskys Choreografie besticht durch Witz, Elan und Anmut – diesen sanft parodierten Sozialismus lässt man sich gern gefallen. Fast schon subversiv wirkt Schostakowitschs ironiesprühende Komposition. Und die Moskauer Tänzer, allen voran Natalia Osipova, sind einfach hinreißend.

Staatsoper, Sa 20.10., 19.30 Uhr, So 21.10., 18 Uhr, 16-120 €

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