Kultur : Nachrichten

Sind Sie sicher, dass es ein „gehobenes“ Hotel war, in dem Sie da logiert haben? Häuser mit Anspruch und Ambition sind in aller Regel bemüht, den Gast zu umsorgen. Man muss ja wirklich kein Psychologe sein, um zu wissen, dass viele Menschen innige Beziehungen zu ihren Schmuckstücken haben, dass es sich dabei oft um einzigartige Geschenke von geliebten Menschen handelt, der ideelle Wert den materiellen in aller Regel also weit übersteigt. Insofern sollte man davon ausgehen, dass ein Hotelier, der auf sich hält, den Zimmermädchen strikte Anweisung gibt, solche Fundstücke auf jeden Fall unter Angabe der Zimmernummer in der Direktion abzuliefern. Vor dort aus sollten sie mit einem freundlichen Gruß und einem Ausblick auf die Höhepunkte der kommenden Saison möglichst unaufgefordert per Einschreiben an den unglücklichen Verlierer geschickt werden. Die Portokosten, die das verursacht, würden sich vielfach bezahlt machen – es würden wahrscheinlich enthusiastische Empfehlungen im Freundes- und Bekanntenkreis folgen. Umgekehrt steht zu erwarten, dass ein Verlierer, dessen Unglück keinen schert, vor diesem Hotel warnen wird, wo er kann.

Sie könnten dem Direktor des Hauses einen gern etwas strengen Brief schreiben und auf diese Umstände aufmerksam machen. Legen Sie vorsichtshalber einen frankierten und adressierten Polsterumschlag dazu. Wenn das nichts hilft, rufen Sie an und fragen, ob Sie vorbeikommen sollen. Lässt sich eine Übernachtung in dem Ort nicht umgehen, wählen Sie auf jeden Fall ein anderes Hotel aus.

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